Betäubung beim Zahnarzt: Krankenkassen zahlen nicht immer
von
imedo GmbH
19.08.2009 - 9:06 Uhr - Medizin & Gesundheit
(prcenter.de) Aus Angst vor der bevorstehenden Behandlung beim Zahnarzt lassen sich viele Patienten Betäubungsspritzen geben. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen aber nicht immer automatisch die Kosten. Um sicherzugehen, ob die Kosten getragen werden, sollten sich Patienten vorher informieren, rät das Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de.
Die Angst vor schmerzhaften Erlebnissen beim Zahnarzt sitzt bei vielen Menschen tief. Wenn der Mediziner zum Bohrer greift oder eine Füllung ansteht, verlangen viele Patienten lieber gleich nach einer Betäubung. Diese schmerzlindernde Behandlung wird allerdings nicht in allen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. "Bei einer ganz normalen Füllung tragen die Kassen zum Beispiel normalerweise keine Betäubung", erläutert Thomas Schwierzy, Vorstandsmitglied der Landeszahnärztekammer Brandenburg.
Nur wenn ein besonders schmerzträchtiger Eingriff ansteht, wird die beruhigende Spritze nach Angaben des Zahnarztes übernommen. Dazu gehörten etwa Zahnwurzelbehandlungen, das Ziehen von Zähnen, Füllungen in der Nähe von Nervensträngen oder kleine Operationen. In den übrigen Fällen müssten die Versicherten die Betäubung privat bezahlen.
Kosten für die Betäubung liegen zwischen 5 und 30 Euro
Angewandt werden in der Zahnarztpraxis in erster Linie lokal begrenzte Betäubungen, wie Schwierzy erläutert. Die Kosten für solche Lokalanästhesien fielen sehr unterschiedlich aus und könnten zwischen 5 und 30 Euro betragen, in manchen Regionen auch mehr. Falls eine Vollnarkose nötig wird, wie zum Beispiel bei Patienten mit starker Angst, liege der Satz bei über 400 Euro, weil für die Behandlung eigens ein Anästhesist in die Praxis kommen muss.
Bei Behandlungen am Oberkiefer kommt laut Schwierzy häufig die sogenannte Infiltrationsanästhesie zum Einsatz, bei der nur ein winziger Bereich punktuell betäubt wird. "Bei der Leitungsanästhesie wird dagegen ein ganzer Nervenstrang lahmgelegt", erklärt der Zahnmediziner. Nach dieser Betäubung, die vor allem bei Eingriffen am Unterkiefer eingesetzt wird, fühlen die Patienten oft ein anhaltendes Taubheitsgefühl, das je nach Präparat und Dosierung zwischen 30 Minuten und vier Stunden andauern kann. "Wenn man sich viel bewegt, kann die Wirkungsdauer verkürzt werden", rät Schwierzy.
Gel übernimmt Betäubung
Um den kleinen Pieks bei der Betäubungsspritze für die Patienten erträglich zu machen, wird bei Kindern oder schmerzempfindlichen Patienten vorher oft ein Gel oder eine Flüssigkeit aufgetragen, die den betreffenden Bereich unempfindlich macht. "Bei dieser Oberflächenanästhesie muss aber vorher geklärt werden, ob der Patient allergisch reagieren könnte", sagt Schwierzy. Einige Menschen bekämen von solchen Präparaten Hautjucken und -rötungen.
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