Blasenentzündung: Oft geht es auch ohne Antibiotikum
von
Union Deutscher Heilpraktiker Landesverband Baden-Württemberg e.V.
07.09.2010 - 10:35 Uhr - Medizin & Gesundheit
(prcenter.de) Das Wasserlassen ist schmerzhaft, der Harndrang qualvoll: Die Symptome einer Blasenentzündung sollte man immer sorgfältig auskurieren. Sonst wird die Erkrankung chronisch. Naturheilkundliche Mittel können dabei oft eine Behandlung mit Antibiotika ersetzen – vorausgesetzt, sie werden rechtzeitig eingenommen.
Stuttgart, 7.9.2010. Feuchte Kleidung kann auch im Sommer üble Folgen haben: So bleibt man vielleicht mit verschwitzter Sportkleidung im kühlen Biergarten „hängen“ oder steht trotz leichtem Frösteln im nassen Badezeug abends noch einige Zeit an der Strandbar. Besonders Frauen reagieren auf eine solche Unterkühlung schnell mit einer Blasenentzündung. Die typischen Beschwerden: Brennen und stechende Schmerzen beim Wasserlassen sowie ein quälender Harndrang.
„Frauen sind für Harnwegsinfektionen besonders anfällig, weil sie nur eine vergleichsweise kurze Harnröhre haben und Darm- und Harnröhrenöffnung nah beieinander liegen,“ erklärt Dr. Wolfgang Widmaier, Heilpraktiker und Apotheker, von der Union Deutscher Heilpraktiker. „Das Aufsteigen von Erregern in die Blase wird dadurch begünstigt, zum Beispiel bei einer Unterkühlung, da die Harnorgane dann schlechter durchblutet sind. Wichtig ist es, eine akute Blasenentzündung immer sorgfältig auszukurieren, damit keine Erreger in der Blase zurückbleiben, andernfalls kann die Entzündung chronisch werden. Was sehr unangenehm ist, da die Symptome häufig beim geringsten Anlass sofort wieder aufflammen - manchmal reicht es schon, kalte Füße zu haben.“
Bei den ersten Symptomen viel trinken
Eine Behandlung mit Antibiotika lässt sich oft vermeiden, sofern man sofort viel trinkt, um die Harnwege gut „durchzuspülen“. Pro Tag sollten das 2-3 Liter Flüssigkeit sein, am besten Wasser und Nieren-Blasentee. Im Rahmen der Phytotherapie werden dafür Tees von Pflanzen mit harntreibender und desinfizierender Wirkung verwendet, z.B. eine Mischung aus Bärentraubenblättern, Birkenblättern und Goldrutenkraut. Extrakte aus diesen und weiteren Pflanzen stehen auch als Dragees oder Tropfen zur Verfügung. Bei starken Schmerzen oder Krämpfen werden Anwendungen aus der Kneipp-Therapie empfohlen wie feucht-heiße Kompressen oder aufsteigende Fußbäder. Zusätzlich kann der Heilpraktiker ein homöopathisches Akutmittel verordnen.
Da sich jede Blasenentzündung auf die oberen Harnwege ausbreiten und zu einer Nierenbeckenentzündung führen kann, sollte man sich bei anhaltenden Symptomen, starken Schmerzen oder Blut im Urin immer vom Arzt oder Heilpraktiker untersuchen lassen. Wenn Nierensymptome auftreten, insbesondere mit Fieber, ist eine organische Abklärung beim Urologen erforderlich.
Gestörte Funktionen wieder ins Lot bringen
Bei der chronischen Blasenentzündung setzt die Naturheilkunde auf eine ganzheitliche Behandlung, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Dazu verordnet der Heilpraktiker zum Beispiel im Rahmen einer homöopathischen Therapie dem Patienten oder der Patientin ein so genanntes Konstitutionsmittel, das individuell die natürliche Balance im Organismus wieder herstellen soll. Manche Therapeuten setzen bei starken Schmerzen auch die Neuraltherapie ein oder führen eine Eigenblutbehandlung durch.
Darüber hinaus kann eine Sanierung der Darmflora sinnvoll sein. Denn die Naturheilkunde geht davon aus, dass das Immunsystem und damit auch der Schutz der Schleimhaut maßgeblich über die Aktivitäten der Darmflora gesteuert wird. Vor allem wenn der Patient wegen wiederkehrender Harnwegsinfekte bereits mehrmals mit Antibiotika behandelt wurde, ist anzunehmen, dass die Darmflora geschädigt ist. Eine Behandlung mit entsprechenden Darmbakterien regeneriert die Darmflora und wirkt sich indirekt auch auf die Abwehrkräfte der Blasenschleimhaut aus.
Schließlich kann auch die Ernährung in die Therapie einbezogen werden. Da die Erreger nur bei einem bestimmten Säure-Basen-Verhältnis des Urins überleben, setzt eine so genannte „Schaukeltherapie“ darauf, den pH-Wert des Urins in bestimmten Abständen stark zu verändern. Dazu ernährt sich der Patient oder die Patientin für einige Tage rein vegetarisch, was einen basischen Effekt hat, und wechselt dann zu einer fleischbetonten Diät, wodurch der Säureanteil im Urin steigt. Der Bakterien abtötende Effekt kann durch entsprechende Arzneimittel noch verstärkt werden.
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