Chaldäischer Bischof von Mosul (الموصل) getötet - bayerischer Landesverband des ZENTRUM tief erschüttert
von
Deutsche Zentrumspartei
16.03.2008 - 17:43 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) Weitestgehend von der deutschen Öffentlichkeit unbemerkt erreichte am 14. März 2008 Deutschland die Meldung vom Mord an Erzbischof Faraj Rahho von Mosul (Irak). Im Irak lebt seit fast 2000 Jahren eine aktive christliche Gemeinde, die heute der katholisch-chaldäischen Kirche angehört. Seitdem der Irak von islamistischem Terror zerrissen wird, der oft aus den Nachbarländern des Irak unterstützt und gesteuert wird, sind nicht nur Opfer unter Angehörigen der verschiedenen islamischen Bekenntnisse zu beklagen, sondern besonders auch unter den christlichen Ureinwohnern des Irak.
Mit der Ermordung des Erzbischofs hat der Völkermord an den Assyro-Chaldäern im Irak einen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Besonders verwerflich ist es, daß die Entführer des greisen Erzbischofs in ihren Erpressungsversuchen forderten, dass die friedfertigen irakischen
Christen Selbstmordattentäter stellen und ihre uralten Kirchen als Waffenversteck missbrauchen müssten.
Während im Jahr 1989 noch mehr als 1,4 Millionen der christlichen Ureinwohner auf dem Gebiet des Irak lebten, sind es heute weniger als 650.000. Der seit Jahren andauernde Terror wird in den vergangenen Wochen immer intensiver. Das UN Flüchtlingshilfswerk UNHCR berichtet, daß die religiös motivierten Gewalttaten gegen die christlichen Ureinwohner seit Jahresbeginn explosionsartig zugenommen haben. Zwischen dem 6. und dem 17. Januar diesen Jahres wurden Bombenattentate auf Christen und christliche Kirchen verübt, darunter auch auf die mehr als 1500 Jahre alte Kirche der unbefleckten Empfängnis in Mosul. Der traurige Höhepunkt dieser Terrorwelle war die Entführung des Erzbischofs Anfang Februar 2008. Der Erzbischof wurde am 13. März tot aufgefunden.
Noch im Juni 2007 hatte der Erzbischof, während eines Requiems für den durch islamistische Terroristen ermordeten Priester Ragheed Aziz Ganni und drei im gleichen Überfall ermordeten Diakone, zu Frieden und Versöhnung sowie einem gemeinsamen Aufbau des Irak aufgerufen. Im Irak werden Christen mit Waffengewalt zum Übertritt zum Islam gezwungen, von staatlicher Seite wird den Christen eine besondere „Christensteuer“, die „Jizya“ (arabisch „ جزْية “), abgepresst.
Der Landesverband Bayern der deutschen Zentrumspartei trauert um Erzbischof Faraj Rahho von Mosul, der im Irak unter anderem die religionsübergreifende „Gemeinschaft der Nächstenliebe und Freude“ ins Leben gerufen und betreut hatte. Diese Gemeinschaft setzt sich für kranke und behinderte Kinder und Alte im Irak ein. Gemeinsam mit Papst Benedikt XVI., der deutschen Bischofkonferenz und der christlichen Weltkirche kondoliert der Landeverband dem chaldäischen Patriarchen Kardinal Emmanuel III. und den irakischen Christen, insbesondere den noch rund 35.000 Christen im Bistum Mosul, .
„Wir sind zutiefst betroffen und in tiefer Trauer wegen dieser verwerflichen Gewalttat, so kurz vor Ostern, dem Freudenfest aller Christen,“ meint Tobias Heinz, Landesvorsitzender der deutschen Zentrumspartei in Bayern, „die Welt scheint auf einem Auge blind zu sein, besonders wenn es um das Leid geht, das den Christen in aller Welt zugefügt wird. Wir sind in tiefer Sorge um unsere assyrischen Brüder, die - laut der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) - von der völligen Vernichtung bedroht sind.“
Norbert Closmann, stellvertretender Landesvorsitzender und Experte der bayerischen Zentrumspartei für Fragen der Religionsfreiheit sagt erschüttert: „Gemeinsam mit Nigeria, wo nach Einführung der Scharia Christen ermordet und verschleppt, sowie Kirchen abgebrannt wurden, dem Sudan, wo Christen verfolgt, ermordet oder zu Sklaven gemacht werden und Indonesien, wo seit 1999 mindestens 3000 Christen der staatlich geduldeten Christenverfolgung zum Opfer gefallen sind, gehört der Irak heute zu den Zentren der Christenverfolgung, die jedes Jahr mindestens 200.000 Opfer fordert.“
Tobias Heinz meint weiter: „Erzbischof Faraj Rahho war ein herzlicher und wahrhaft guter Mensch, der in seiner Heimat viel Gutes bewirkt hat. Er ist ein Verlust für alle friedlichen Menschen im Irak und für die Christen in aller Welt. Wir schließen Erzbischof Faraj Rahho in unsere Gebete der Karwoche ein, damit er das ewige Leben habe.“
Der Landesverband Bayern der deutschen Zentrumspartei weist auf die Möglichkeit hin, die Christen im Irak durch Spenden zu unterstützen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beispielsweise unterstützt die Assyro-Chaldäer und ist mit dem diz-Spendensiegel für Transparenz und sorgfältigen Umgang mit Spendengeldern ausgezeichnet.
Siehe auch Meldung der Times, London, unter http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/obituaries/article3547009.ece
Angaben zum Autor
Tobias Heinz
- Landesvorsitzender -
Am Stögnfeld 24
85244 Röhrmoos
Fax: 08139 473020-9
Norbert Closmann
- stv. Landesvorsitzender -
Langäckerleinsweg 8
90530 Wendelstein
Fax: 09129 / 90 85 32
Die deutsche Zentrumspartei wirkt in Bayern seit ihrer Gründung im Jahr 1870. Nach dem 1. Weltkrieg formierte sich die Zentrumspartei 1919 in Bayern als „Bayerische Volkspartei“ und war von 1919 – 1933 durchgängig stärkste Partei in Bayern und in allen Landesregierungen vertreten. Heinrich Held führte als bayerischer Ministerpräsident die Kabinette in Bayern von 1924-1933 an. Im Reichstag bildete die BVP mit der Zentrumspartei eine Fraktionsgemeinschaft. Das ZENTRUM hat in den ersten 60 Jahren des Bestehens als politische Partei soziale Reformen (Einführung von Kranken- und Rentenversicherung) mit getragen und errichtete 1927 die moderne deutsche Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung.
Als Partei der demokratischen Weimarer Koalition – besonders nachdem der letzte Reichskanzler der Zentrumspartei Brüning die SA und SS am 16. Juni 1932 verboten hatte – wurden Politiker der Zentrumspartei nach Beginn des nationalsozialistischen Terrorregimes (der sog. Machtergreifung) verfolgt und inhaftiert. Viele Zentrumspolitiker flohen vor der Verfolgung und gingen ins Exil.
Während in Deutschland gebliebene konservative Politiker nach dem Krieg die CDU/CSU gründeten, wurde das ZENTRUM erst etwas später von aus Exil und Konzentrationslagern zurückkehrenden Politikern des ZENTRUM – wie Dr. Carl Spiecker, der aus dem Ausland gegen den Naziterror gekämpft hatte – wieder gegründet. Entgegen gängiger Meinung ging das ZENTRUM nie in der CDU/CSU auf.
Das ZENTRUM, das für die Ausgestaltung des Wirtschaftssystems der Bundesrepublik als „soziale Marktwirtschaft“ maßgeblich mitverantwortlich ist, hat redaktionell auch an der Erstellung des Grundgesetzes mitgewirkt (Herrenchiemsee) und ist auch nach 1945 „bundestagserfahren“.
Die moderne deutsche Zentrumspartei (ZENTRUM) ist eine überkonfessionelle Programmpartei mit einem pragmatischen, auf sachlichen Analysen begründeten Parteiprogramm, das fest in den christlich/jüdischen Moralvorstellungen und der christlichen Ethik und Soziallehre verwurzelt ist.
Die Webseite der deutschen Zentrumspartei ist unter http://www.zentrumspartei.de erreichbar, die Webseite des bayerischen Landesverbandes der Zentrumspartei findet sich unter http://bayern.zentrumspartei.de.
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