Deutschland / Asyl: Abschiebung in Deutschland - IGFM: Wo bleibt das Augemaß? - Ausländeramt Bad Dürkheim setzt SEK zur Abschiebung der Familie Ossipjan-Sogomonjan ein ein
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Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
21.10.2010 - 14:05 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) Am 11.10.2010 sollte Frau Gajane Ossipjan mit ihren drei Kindern - Maksim, Vladimir und Magda (Magdalena) Sogomonjan - aus dem rheinland-pfälzischen Hassloch nach Armenien abgeschoben werden. Zu diesem Zweck beorderte das Ausländeramt Bad Dürkheim unter Leitung von Herrn Heinz Gmeinwieser am frühen Morgen das SEK (Sondereinsatzkommando der Polizei) zur Wohnung der Familie nach Hassloch in die Forstgasse 7. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erfuhr jetzt die Einzelheiten.
Das SEK-Kommando erschien schwer bewaffnet, maskiert und in voller Montur mit zwei Mannschaftswagen, trat die Wohnung der Familie ein, die allerdings leer war.
Frau Ossipjan mit Kindern, zur Abschiebung bereit, befand sich an diesem Morgen in der Seitenstraße. Als sie das martialische auftreten des SEK sahen, bekamen sie einen Schock. "Wir sind keine Verbrecher, dass man auf uns Waffen richtet. Auf diese Weise lassen wir uns nicht abschieben und werden es auch nicht zulassen, dass Magda so abgeschoben wird", erklärten die Söhne.
Die Familie floh, trennte sich und hält sich seitdem versteckt. Die 16jährige Magda, die bei der Mutter ist, steht unter Schock, zittert bei leisestem Geräusch, verlor die Sprache. Wo die Söhne sind, weiß die Mutter nicht.
Dass man auf derart grausame Weise mit Menschen in Deutschland umgeht, in einem demokratischen Rechtsstaat, machte diese Familie fassungslos.
Identitätsfälschung durch deutsche Behördenstellen
Nach der Vertreibung aus ihrem Wohnort Surnabad/Aserbaidschan 2003 floh Frau Gajane Ossipjan mit ihren drei Kindern nach Deutschland. Sie lebten sich ein, die Kinder kamen in die Schule, zwei von ihnen wurden zu begeisterten Sportlern. Der älteste Sohn Maksim und Tochter Magda traten dem Galaxy-Boxclub Speyer des international berühmten Trainers Siggi Weickenmeier (DJ Ricco) bei und wurden als Nachwuchstalente gefeiert.
Doch der Asylantrag der Familie Ossipjan-Sogomonjan wurde abgelehnt. Die in Usbekistan ausgestellte Geburtsurkunde von Frau Gajane Ossipjan - das einzige Originaldokument, das die Familie besaß - wurde eingezogen, deren Verbleib ist seitdem unbekannt. Weil Deutschland mit Armenien (nicht aber mit dem ölreichen Aserbaidschan) ein Rückführungsabkommen hat, änderten zuständige Behörden den Namen von Frau Ossipjan in "Hakobyan" um, verlegten die Herkunftsorte der Familienmitglieder von Usbekistan und Aserbaidschan nach Armenien und erklärten sie zu "Staatsbürgern Armeniens". Am 11.10.2010 sollten sie vom Ausländeramt der Kreisverwaltung Bad Dürkheim in dieses fremde Land abgeschoben werden.
Jetzt ist die Familie wieder auf der Flucht, diesmal in Deutschland.
Angaben zum Autor
nternationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
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