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Die deutschen DSL Anbieter stellen sich veränderten Marktbedingungen: Mobiles Internet und Internet Fernsehen als neuer Wachstumstreiber

von RSS-Feed DSLWEB - DSL-Portal für Deutschland
31.08.2010 - 17:46 Uhr - Medien, Internet & Telekommunikation

(prcenter.de) Das Wachstum auf dem deutschen DSL Markt schwächt sich immer mehr ab: Während die sechs größten deutschen DSL Anbieter im Vorjahresquartal um insgesamt 460.000 DSL Anschlüsse zulegen konnten, kamen die Großen Sechs im Q2 2010 nur noch auf 117.000 zusätzliche DSL Verträge. Zum 30. Juni vereinten sie insgesamt 21,63 Millionen DSL Kunden.

Mit der weitgehenden Sättigung tritt der deutsche DSL Markt nun in eine neue Phase ein. Dies wird die Rolle der DSL Anbieter grundlegend verändern, neben dem Verkauf von Bandbreite rückt zunehmend die Vermarktung von Zusatzdiensten wie den mobilen Datentarifen und dem Internet-Fernsehen in den Vordergrund.

Der aktuelle Marktreport findet sich unter http://www.dslweb.de/dsl-marktuebersicht.php.

Telekom dominiert Neukundengeschäft, reduziert Kundenabwanderung

Im Q2 2010 konnte die Deutsche Telekom unterm Strich 130.000 zusätzliche DSL Anschlüsse schalten. Entscheidend für das gute Abschneiden des Marktführers war auch die gesunkene Zahl der Anschlussverluste an die Mitbewerber. Diese lag mit 315.000 auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2005. Die Telekom baut ihren Abstand zur Konkurrenz damit weiter aus, denn bis auf o2 konnte im 2. Quartal keiner der anderen führenden deutschen DSL Anbieter effektive Kundengewinne verbuchen.

Vodafone erstmals im Minus, 1&1 Kundenzahl weiterhin stabil

Zuletzt sorgte neben der Deutschen Telekom vor allem Vodafone für Wachstum auf dem deutschen DSL Markt. Im Q3 2010 war es Vodafone sogar als bisher einzigem Anbieter gelungen, die Neukundenzahlen des Marktführers zu übertreffen. An die früheren Wachstumsraten kann die Nummer Zwei auf dem deutschen DSL Markt allerdings nicht mehr anknüpfen. Nachdem Vodafone bereits im Q1 2010 nur noch um 55.000 DSL Kunden zulegen konnte, rutscht der DSL Anbieter nun erstmals ins Minus: Die Zahl der DSL Verträge schrumpfte im 2. Quartal 2010 um 6.000 auf 3,457 Millionen.

1&1 verzeichnet im 2. Quartal abermals Nullwachstum, die Zahl der 1&1 DSL Kunden verblieb mit 3,31 Millionen auf dem Stand des 4. Quartals 2010. Allerdings konnte 1&1 auch in diesem Quartal weitere 100.000 Bestandskunden von Resale-Angeboten auf höherwertige DSL Komplettpakete überführen. Den 1,3 Millionen Resale-Zugängen stehen inzwischen 2,01 Millionen Komplettanschlüsse gegenüber.

o2 lässt Markennamen Alice nun doch auslaufen

Nach der Übernahme von HanseNet durch o2 sollte die Marke Alice ersten Aussagen zufolge zunächst bestehen bleiben. Inzwischen hat Telefónica o2 seine Pläne geändert: Sobald die Integration der beiden Unternehmen abgeschlossen ist, sollen die gemeinsamen Mobilfunk- und Festnetz-Angebote nur noch unter dem Markennamen o2 geführt werden. Die Kundenzahlen der beiden Anbieter folgten in der Zwischenzeit dem Trend der vorangegangenen Quartale. Im Q2 2010 verlor Alice weitere 10.000 DSL Kunden, o2 kam dagegen abermals auf ein respektables Plus von 19.000 DSL Verträgen.

DSL Anbieter erweitern ihr Kerngeschäft

Das Festnetz-Geschäft leidet schon länger unter schwindenden Gewinnmargen und auch die Umsätze durch die mobilen Sprachdienste fallen durch die zunehmende Beliebtheit von Flatrate-Tarifen und gesunkenen Roaming-Gebühren immer geringer aus. Die Breitband-Anbieter sind deshalb mehr und mehr auf die Vermarktung neuer Dienste angewiesen, um ihre Umsätze zu halten bzw. weiter auszubauen. Als Wachstumstreiber für die Zukunft werden vor allem das mobile Internet und das Internet Fernsehen angesehen.

Mobiles Internet: DSL Anbieter bereiten Einführung von LTE vor

Am Beispiel von Vodafone ist gut zu sehen, welches Wachstumspotential das Geschäft mit dem mobilen Internet bereithält. Im Vergleich zum Vorjahr konnte Vodafone seine Umsätze im Bereich der mobilen Datendienste um ganze 31,1 Prozent auf 339 Millionen steigern. Nach Schätzungen des Providers steigt der durchschnittliche Umsatz pro Kunde um 2 bis 5 Prozent, sobald er von einem klassischen Mobiltelefon auf ein Smartphone aus dem mittleren Preissegment umsteigt. Der Wechsel auf ein Highend-Gerät soll laut Vodafone im Schnitt sogar zu einem Umsatzplus zwischen 8 und 10 Prozent führen.

In ihren Komplettpaketen koppeln die DSL Anbieter den Festnetz-Anschluss deshalb immer häufiger mit Mobilfunk-Tarifen. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, die ein eigenes Mobilfunknetz betreiben. Andere Provider sind hier zwar grundsätzlich auf Kooperationen angewiesen, andererseits kann etwa 1&1 seit Juli als sogenannter virtueller Netzbetreiber sogar selbst gestaltete mobile Datentarife im Vodafone-Netz anbieten.

Der Mobilfunk wird zudem eine wichtige Rolle bei der Erschließung der noch bestehenden weißen Flecken in Deutschland einnehmen. Im Mai erhielten die Telekom, Vodafone und o2 den Zuschlag für Frequenzbänder aus der "Digitalen Dividende", die sich besonders für den Netz-Ausbau in der Fläche eignen. Die Gewinner der Auktion wurden von der Bundesnetzagentur dazu verpflichtet, diese zunächst für die Versorgung von Gebieten einzusetzen, die noch nicht auf herkömmlichem Weg an das Breitband-Netz angeschlossen sind. Statt als Ergänzung zum stationären Internetzugang wird das mobile Internet hier als Ersatz für den klassischen DSL Zugang zum Einsatz kommen. Dabei wird der neue Mobilfunkstandard LTE für schnellere und stabilere mobile Internet-Verbindungen sorgen. Die Umrüstung der bestehenden Infrastrukturen für das Mobilfunknetz der 4. Generation (4G) hat bereits begonnen. Bis Jahresende sollen zudem die ersten LTE-fähigen Modems auf den Markt kommen.

Vodafone entwickelt eigenes Internet Fernsehen

Mit seinem Internet Fernsehen Telekom Entertain will sich die Deutsche Telekom bis 2015 die Marktführerschaft im deutschen Pay-TV-Geschäft sichern. Zum 30. Juni 2010 zählte die Telekom nun knapp 1 Million geschaltete Entertain-Anschlüsse. Das IPTV-Angebot des Konkurrenten Alice dagegen konnte nie wirklich Fuß fassen und kommt aktuell lediglich auf 58.000 Abonnenten. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft will Vodafone mit einem eigenen TV-Angebot an den Start gehen, das sowohl auf das Internet als auch auf die klassischen Übertragungswege Kabel und Satellit zurückgreifen wird. Durch den Technologie-Mix soll der Betrieb auch mit niedrigen Bandbreiten ab 2 Mbit/s möglich sein. Dies würde Vodafone TV deutlich von Telekom Entertain abgrenzen, für das garantierte Bandbreiten von mindestens 10 Mbit/s benötigt werden.


Weiterführende Informationen und Bildmaterial

Seit Beginn 2007 begleitet DSLWEB die Entwicklungen auf dem deutschen Breitband-Markt regelmäßig mit ausführlichen Analysen. Der DSLWEB Marktreport zum 2. Quartal 2010 präsentiert aktuelle Kundenzahlen, zeigt Trends auf und beleuchtet die Hintergründe des derzeitigen Marktgeschehens.

Die vollständige Version des DSLWEB Marktreports findet sich unter folgender Adresse: http://ww.dslweb.de/dsl-marktuebersicht.php. Hier können auch die DSLWEB Marktübersichten zu den vergangenen Quartalen seit Anfang 2007 abgerufen werden.

Ansprechpartner für die Presse:

Matthias Bichler
Telefon: 0711-506230-18
E-Mail: m.bichler@dslweb.de

Ingo Hassa
Telefon: 0711-506230-13
E-Mail: i.hassa@dslweb.de

Druckfähiges Bildmaterial:

Im DSLWEB Pressebereich unter http://www.dslweb.de/pressebereich.php stehen zusätzliche Infografiken zur Entwicklung des deutschen DSL Markts zum Download bereit. Für die Veröffentlichung in Online- und Printmedien sind die Schaubilder in verschiedenen Datei-Formaten hinterlegt.

Angaben zum Autor
Ehninger AG
Hirschstraße 8
70173 Stuttgart

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