Droht auch Ahaus neue Atomanlage ?
von
kein-castor-nach-ahaus.de
29.04.2010 - 8:13 Uhr - Umwelt & Natur
(prcenter.de) – GNS: Atommüll vor Endlagerung neu verpacken
– Atommüllkonzept für Ahaus immer widersinniger
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland befürchten auch für Ahaus den Bau einer neuen Atommüllverpackungsanlage, nachdem die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) erklärte, dass schwach- und mittelradioaktiver Atommüll vor der geplanten Endlagerung im Schacht Konrad nochmals neu verpackt werden muss, weil die Einlagerungsbedingungen noch gar nicht festgelegt sind. Genau aus diesem Grund will die GNS in Gorleben eine neue Atommüllverpackungsanlage bauen.
Zum Hintergrund: Die GNS betreibt für die vier großen Atomkonzerne die Zwischenlager Ahaus und Gorleben sowie die Atommüllkonditionierungsanlage in Duisburg. Allein aus Duisburg sollen in den kommenden Jahren 600 Tonnen Atommüll nach Ahaus gebracht werden. In Gorleben lagern nach GNS-Angaben rund 2000 schwach- und mittelradioaktive Atommüll-Gebinde, in Ahaus sollen 1800 Atommüll-Gebinde eingelagert werden, deren radioaktives Potenzial laut der Genehmigung der Bezirksregierung Münster vom November 2009 größer sein darf als das des ASSE-Atommülls.
Bislang wurde von Seiten der GNS und der NRW-Landesregierung immer behauptet, der für Ahaus angekündigte Atommüll solle schon „endlagerfähig verpackt“ ins Zwischenlager gelangen, quasi nur zwischengeparkt werden und dann weiter zum Schacht Konrad transportiert werden. Nun stellt sich heraus, dass dies Quatsch ist, weil die Einlagerungskriterien für den Schacht Konrad – den wir als ehemaliges Bergwerk für die Endlagerung entschieden ablehnen – noch gar nicht festgelegt sind.
Landesregierung und Atomindustrie haben Bevölkerung getäuscht
„Im Ergebnis heißt dies, dass der Atommüll nach der Landtagswahl erst nach Ahaus gebracht werden soll, um dann in wenigen Jahren erneut verpackt werden zu müssen – entweder wieder in Duisburg oder in Gorleben. Das bedeutet gefährlichen Atommülltourismus pur. Oder planen Atomindustrie und Landesregierung auch in Ahaus den Bau einer Atommüllverpackungsanlage? Die Landesregierung und die GNS müssen die Karten für Ahaus sofort auf den Tisch legen, mit der Heimlichtuerei muss Schluss sein,“ fordert Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.
„Die Ahaus-Betreiber und die Landesregierung haben die Menschen in Ahaus und im Münsterland getäuscht, was die Konsequenzen der anstehenden Atommülltransporte nach Ahaus angeht. Ein ständiges Hin und Her der radioaktiven Abfälle ist widersinning und der Bau neuer Atomanlagen absolut inakzeptabel. Die Atommüllentsorgung in Deutschland versinkt immer mehr im Chaos. Niemand weiß, wie mit dem Atommüll wirklich umgegangen werden soll. Deshalb müssen die Atommülltransporte nach Ahaus gestoppt und die Atommüllproduktion durch eine sofortige Stilllegung aller Atomanlagen dringend eingestellt werden,“ so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Anti-Atomkraft-Initiativen kündigen entschlossenen Widerstand gegen die geplanten Atommülltransporte nach Ahaus, gegen den Ausbau der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg sowie gegen den Neubau der Atommüllverpackungsanlage in Gorleben an.
Weitere Infos:
http://www.kein-castor-nach-ahaus.de
http://www.sofa-ms.de
http://www.urantransport.de
http://www.aku-gronau.de
Angaben zum Autor
presse@kein-castor-nach-ahaus.de
Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ist ein regionales Netzwerk von Anti-Atomkraft-Initiativen und Einzelpersonen. Beteiligt sind: BI „Kein Atommüll in Ahaus“, AKU (Arbeitskreis Umwelt) Gronau, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, „Sektor A“ Gescher, BI Umweltschutz Hamm, MEGA (Menschen gegen Atomanlagen) Waltrop, Telgte-Links-Ab
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