Endlager: Atommüllverpackung in Duisburg
von
kein-castor-nach-ahaus.de
30.04.2010 - 11:41 Uhr - Umwelt & Natur
(prcenter.de) – GNS-Pläne bedeuten Atommüll-Pendelverkehr mit Ahaus
– „GNS und Landesregierung haben Vertrauen verspielt“
In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und die Bürgerinitiative „Besser leben in Wanheim“ die Pläne der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Duisburg eine neue Atommüllverpackungsanlage für die anvisierte Endlagerung im Schacht Konrad zu errichten. Die GNS ist eine Tochter von EON, RWE, EnBW und Vattenfall und betreibt in Duisburg-Wanheim in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets bereits eine Atommüllkonditionierungsanlage.
„In den kommenden Jahren soll ein regelrechter Pendelverkehr für Atommüll zwischen Duisburg und dem Zwischenlager Ahaus eingerichtet werden. Dabei kann derselbe Atommüll nun bis zu viermal durch Duisburg rollen: An- und Abtransport zur Konditionierung sowie An- und Abtransport zur Zwischenlagerung und Endlagerverpackung machen den Atomstandort Duisburg-Wanheim zu einer regelrechten Drehscheibe für Atommüll. Es ist ein Skandal, dass die GNS, die Landesregierung und das Bundesamt für Strahlenschutz nicht viel früher über diese Pläne berichtet haben. Hier wurde jegliches Vertrauen verspielt,“ so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Die Bürgerinitiative „Besser leben in Wanheim“ befürchtet nun eine deutlich zunehmende Anzahl von Atommülltransporten. „Die GNS-Atomanlage liegt nur 200 m von einem Wohngebiet entfernt, die Bahnstrecke für die Atommüllzüge führen direkt an einem Kindergarten vorbei. Schon jetzt leiden die Menschen die Menschen im Stadtteil unter der enormen Belastung. Wir lehnen deshalb weitere Atommülltransporte strikt ab und fordern dringend Aufklärung über die GNS-Pläne für Duisburg,“ verdeutlicht Jörg Schröder von der BI „Besser leben in Wanheim“. Die Initiativen kündigten gemeinsamen Widerstand an gegen die Atommülltransporte von Duisburg nach Ahaus – und retour.
Keine Entwarnung für Ahaus – GNS-Sprecher verschweigt Tatsachen
Auch für Ahaus bedeuten die Ankündigungen der GNS keine Entwarnung. „Niemand kann garantieren, dass der Atommüll, wenn er erstmal in Ahaus angekommen ist, tatsächlich wieder abfährt – ob nach Duisburg, Gorleben oder zum Schacht Konrad. Wir werden deshalb gemeinsam mit den Menschen in Duisburg gegen jede Art von Atommülltourismus auf die Straße gehen. Atomtransporte nach Ahaus, Gorleben oder zum Schacht Konrad lösen nicht das Atommüllproblem, da hilft nur eine sofortige Abschaltung aller Atomanlagen inklusive der Atommüllkonditionierungsanlage Duisburg,“ so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.
Besonders scharf kritisieren die Anti-Atomkraft-Initiativen den Ahauser GNS-Sprecher Burkhard Rosen für seine gestrigen Äußerungen gegenüber der Münsterlandzeitung. Während die GNS-Sprecher Auer und Köbl bundesweit erklärten, der schwach- und mittelradioaktive Atommüll müsse vor der Endlagerung nochmals neu verpackt werden, weil die Einlagerungskriterien für den Schacht Konrad noch gar nicht feststünden, hielt Rosen in Ahaus an der veralteten GNS-Linie fest, der Atommüll sei schon endlagerfähig verpackt.
„Diese Art von Desinformation ist selbst für die GNS ein starkes Stück. Wir fragen uns, ob Rosen seinem verantwortungsvollen Job gewachsen ist. Zumindest muss er sich für diese Fehlinformation bei der Bevölkerung in Ahaus entschuldigen,“ so die Anti-Atomkraft-Initiativen.
Weitere Infos:
http://www.kein-castor-nach-ahaus.de
http://www.sofa-ms.de
http://www.urantransport.de
http://www.duisburg-atomfrei.de
Angaben zum Autor
presse@kein-castor-nach-ahaus.de
Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen ist ein regionales Netzwerk von Anti-Atomkraft-Initiativen und Einzelpersonen. Beteiligt sind: BI „Kein Atommüll in Ahaus“, AKU (Arbeitskreis Umwelt) Gronau, SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster, „Sektor A“ Gescher, BI Umweltschutz Hamm, MEGA (Menschen gegen Atomanlagen) Waltrop, Telgte-Links-Ab
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