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von
Growe GmbH - Reisebüro
18.05.2009 - 22:31 Uhr - Auto, Verkehr & Touristik
(prcenter.de) Großbritannien, Frankreich, Portugal, Spanien
Innenkabinen: 639,20 €
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Balkonkabinen: 1.119,20 €
Suiten: 1.479,20 €
Tag 1 Kiel (Deutschland)
Kiel, die Hauptstadt des Bundeslands Schleswig-Holstein, liegt an der Ostsee, 88 km von der dänischen Küste und circa 100 km von Hamburg entfernt. Es wurde 1233 vom Grafen Adolf IV. von Schauenburg gegründet und 1242 durch dessen Sohn Johann I. offiziell zur Stadt erklärt. Kiel trat 1284 der Hanse bei, jener Handels-, aber auch politischen und in gewisser Weise auch militärischen Vereinigung, die vom 13. bis 17. Jahrhundert zahlreiche Hafenstädte Deutschlands, der Niederlande und des Baltikums vereinte. Nachdem Kiel von 1773 bis 1864 von den Dänen besetzt gewesen war, wurde es im darauffolgenden Jahr von der österreichisch-preußischen Allianz erobert. Der preußische König Wilhelm I. wurde 1871 Kaiser des deutschen Reichs und Kiel wurde zum Reichskrieghafen, da der Kaiser die Ostseeflotte von Danzig nach Kiel verlegte. Ab diesem Zeitpunkt folgte eine bedeutende Wachstumsphase, in der seine lange Seefahrtstradition ihren Anfang nahm, die bis zum heutigen Tag andauert. Genau wegen dieser beachtlichen Hafen- und Schifffahrtsaktivitäten wurde die Stadt während des Ersten Weltkriegs zum Hauptquartier der Flotte und aus diesem Grund wurde es auch während des Zweiten Weltkrieges fast vollständig ausgebombt und zerstört. Der Bau des Kieler Kanals zwischen 1887 und 1895 führt zu einem weiteren Wachstum des Seehandels. Der 98 km lange Kanal mit einer maximalen Tiefe von 11 Metern verbindet Kiel mit einem Nebenfluss der Elbe und damit mit Hamburg und der Ostsee. Diese neue Flussverbindung bot mehrere Vorteile: die Schiffe mussten nun nicht mehr Dänemark umschiffen, der Seeweg verkürzte sich um 322 km und es war nicht mehr erforderlich, das deutsche Territorium zu verlassen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Reichtum der Stadt vor allem aus ihrer geographischen Lage resultiert: Kiel liegt an der Förde, einem langen Meeresarm, und verfügt über einen Naturhafen, in dem der Niveauunterschied der Gezeiten (Tidenhub) unerheblich ist und der damit ideal für die Unterbringung und den Bau von Schiffen ist. Seine Lage ist außerdem strategisch günstig: noch heute ist es ein beliebter Zielhafen für die Skandinavier, Balten und Russen, die über das Meer aufs Festland kommen. Auch gegenwärtig sind die Schiffswerften der Hauptschwerpunkt in der Wirtschaft der Stadt, selbstverständlich in Verbindung mit Fischfang und Industrie - hier werden Industriemaschinen, Seifen, Stoffe und Lebensmittel produziert. Der besondere Stolz der Stadt ist die Konstruktion optischer und Schifffahrtsinstrumente wie Kompasse. Der Hafen und seine Bucht bieten auch eine touristische Attraktion, da sie Schauplatz der bedeutendsten Segelregatta der Welt sind: "Die Kieler Woche” ist die alljährlich im Juni stattfindende Woche des Segelsports. Seit 1882 ziehen die Regatten und damit verbundenen Events Tausende von Segelsportlern und Sporttouristen in ihren Bann. Konzerte, Ausstellungen, Kongresse, Feste und sogar eine Parade von Windjammern und Traditionsseglern bilden den Rahmen der Veranstaltung. Im Jahr 2005 sind circa 2000 Segelboote aus 50 verschiedenen Ländern hierher gekommen. Dank der besonderen Voraussetzungen des Meeres fanden auch die Segelwettkämpfe der Olympiaden in Berlin und München in Kiel statt. Mit ihrer 750 jährigen Geschichte, die sie 1992 überschwänglich feierte, hat die Stadt auch kulturell Einiges zu bieten. Von ihren Sehenswürdigkeiten sollte hier beispielsweise die Nikolaikirche aus dem 14./15. Jahrhundert Erwähnung finden, die nach den Bombardements des Zweiten Weltkriegs vollständig wiederaufgebaut wurde; sie sollte auch von innen besichtigt werden, denn sie beherbergt ein wunderschönes Taufbecken und einen prachtvollen gotischen Altar. Auf dem davor liegenden Platz befindet sich der "Geistkämpfer", eine Skulptur von Ernst Barlach, die den Sieg des Geistes über das Materielle darstellt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Schlossruine und das Rathaus. Das verfallene Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut und nie restauriert, auch nicht nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Rathaus mit seinem 107 Meter hohen Turm wurde 1911 erbaut und später umstrukturiert. Für die Freunde des Strandlebens sei hier der Strand von Laboe genannt, der nur 16 km vom Kieler Zentrum in nördlicher Richtung liegt. Genau daneben kann man auch das U-Boot 995 aus dem Zweiten Weltkrieg besichtigen. Von den Museen sei auf das Schifffahrtsmuseum und das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum hingewiesen, das nur 4 km in südlicher Richtung von der Stadt entfernt liegt und wo eine Reihe von Bauernhäusern und Landgütern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert Einblicke in die Architektur und den Lebensstil jener Zeiten bietet.
Tag 2 ...auf See...
Tag 3 Dover (Großbritannien)
Man braucht sich nur die felsigen Gesteine der Stadt anzuschauen und man versteht, warum im Kopf der Engländer diese Stadt immer eine Art unbedingt zu erhaltende Grenze für feindliche Angreifer gesehen wurde. Dover ist genau am Ärmelkanal gelegen und immer der Übergangspunkt nach Calais, dem französischen Hafen, gewesen, und zwar für jeden, der zwischen Frankreich und England pendelte. Dover, sicherlich einer der strategisch wichtigsten Häfen Europas, versteckt in seinem geschichtlichen Werdegang gekonnt seine äußerst große Bedeutung. Der erste, der dort einfiel, war 500 v. Chr. Julius Cäsar, der damit 400 Jahre römische Vorherrschaft einläutete, die heute noch zahlreiche, zum Teil noch gut erhaltene, architektonische und künstlerische Zeugnisse aufweisen kann. Der Mythos von Dover begann grundsätzlich mit den Römern, denn genau sie waren es, die Richborough erbauten. Richborough war die erste Festung, welche die Küste und seinen Zugang bewachte. Den Römern folgten die Normannen, die trotz einiger sporadischer Razzien und Invasionen die Letzten waren. Man braucht nur einmal darüber nachzudenken, daß die regionale Regierung vor 20 Jahren entschied, nachdem im Zweiten Weltkrieg die Bastion beschädigt worden war und danach noch mächtiger wieder neu erbaut wurde, genau in der Burg von Dover einen Bunker für den Fall eines nuklearen Krieges zu errichten. Wie alle strategisch wichtigen Punkte war Dover Garnison, Arsenal, Gefängnis, Militärakademie und alles, was dazu beitragen konnte, dieses schöne und beschauliche Städtchen in den Köpfen der Leute zur "borderline", d.h. Grenzlinie, werden zu lassen. Die Küste rund um Dover ist paradoxerweise dafür sehr viel ruhiger. Aber auch das Städtchen Deal, das sich seit Jahrhunderten dem Fischfang widmet, besitzt eine Burg, deren geheime Zimmer schon für den bekannten Enrico VII viele Feinde seiner Monarchie einfach verschwinden ließ. Zur heutigen Zeit hat sich das alles völlig geändert. Heute werden die englischen und internationalen Touristen viel eher von den schönen Golfplätzen, der strahlenden Landschaft, den antiken Sehenswürdigkeiten, den Zeichen eines renommierten internationalen Lebens und Spuren von einer mindestens 2000 Jahre alten Leidensgeschichte, aber mit sehr viel Kultur behaftet, angelockt, als von der militärischen Faszination, die von dort einmal ausging. Von den Kämpfen um den Anglikanismus bis zu den Herausforderungen um die Oberhoheit der Monarchie ist die ganze Region ein einziger Schrein mit Zeugnissen von unschätzbarem Wert. Darunter finden wir Canterbury mit seiner Kathedrale, das Heritage-Museum und die Abtei des Heiligen Augustin.
Tag 4 Cherbourg (Frankreich)
Die Stadt Cherbourg liegt im Herzen der Normandie am Rande einer über 100 Kilometer langen Halbinsel und weniger als 120 Kilometer von der Küste Englands entfernt. Durch das Zusammentreffen der Flüsse Divette und Trottebec bildeten sich zwei Lagunen, welche die Stadt vom rauhen Klima des Meeres abschirmen. Schutz von Süden her bieten die dichten Wälder des Brix und die Region Cotentin. Bedingt durch ihre strategisch bedeutende Lage war Cherbourg schon immer eine Stadt, die mit besonderer Aufmerksamkeit bedacht wurde. Nur wenige Kilometer vor der Stadt befindet sich der Strand, an dem die amerikanischen Alliierten in der Normandie landeten. Die Wahl fiel nicht zufällig auf diesen Landeplatz. Die Kämpfe die dort stattgefunden haben, verliehen dem Verlauf des zweiten Weltkriegs eine entscheidende Wendung. Der Strand trug den Codenamen Utah Beach und stand in seiner Bedeutung lediglich dem Omaha Beach nach. Cherbourg spielte auch in den komplizierten Beziehungen zwischen England und Frankreich eine wichtige Rolle. Der Name der Stadt erschien erstmals als Carusburg zu Beginn des Jahres 1026 und geht eindeutig auf skandinavische Wurzeln zurück. Carus bedeutet nichts anderes als "Kjarr", welches sich vom skandinavischen "Moor" ableitet. Die Aussprache Cherbourg kam erst viel später. Der Ursprung der ersten menschlichen Besiedlung reicht zurück bis zum Paläolithikum. Zahlreiche Funde deuten auf diese Zeit, auch wenn bei vielen Ausgrabungen nie menschliche Reste zum Vorschein kamen. Die neuesten archäologischen Ausgrabungen in Port Pignot und Roche Gélétan in der Nähe von Cherbourg sind in dieser Hinsicht unmissverständlich. Das Bronzealter brachte dieser Region eine Wende. Die Kelten siedelten sich zwischen der Küste und dem Gebiet des Cotentin an und bescherten Cherbourg ein intensives Stadtleben. Dies ist einerseits auf seine strategisch dominierende Lage und andererseits auf die Beziehungen Frankreichs mit England zurückzuführen. Die Stadt schaffte es, sich als eine mysteriöse Küstenstadt und als Grenzstadt zu behaupten. Der Nachwelt bleiben historisch bedeutende Stätten wie das alte Schloss, welches im Jahre 1700 auf den Ruinen einer von Heinrich II. gebauten Festung errichtet wurde. Zusätzlich entwickelte sich der Hafen an der Küste und die zwischen dem XVI. und XVII. erbaute Kirche Saint Germain. Vor den Kriegen, welche einen radikalen Einfluss auf die Einwohner der Normandie nahmen, verbrachten adelige Familien ihre Sommerferien in Urville und Nacqueville. Keine Erholung stand den Steuermännern der Schiffe beim Vorbeifahren an der Halbinsel zu. Zu Dutzenden strandeten oder - noch schlimmer - zerschellten Schiffe an den Felsen der Halbinsel in der Nähe von Cherbourg. Heute ist die gesamte Küste deshalb ein Paradies für Taucher auf der Suche nach den Wracks untergegangener Handelsschiffe.
Tag 5 ...auf See...
Tag 6 Vigo (Spanien)
Santiago de Compostela gehört zu den berühmtesten heiligen Orten des Christentums und war im Mittelalter ebenso wichtig wie Jerusalem und Rom. Der Legende nach ging der Apostel Jakob (Santiago) nach dem Tod Jesu nach Spanien, um dort das Evangelium zu predigen. Als er nach Judäa zurückkam, wurde er auf Befehl des Herodes geköpft. Seine Jünger brachten seinen Körper zurück nach Spanien, um ihn dort zu begraben. Anfangs begaben sich seine Getreuen zum Beten zu seinem Grab, das jedoch nach Jahren der Unruhe und der Kriege verlassen und vergessen wurde. Anfang des 9. Jahrhunderts bemerkte ein Eremit einen Stern, der unbeweglich über dem Hügel auf einem Feld leuchtete (campus stellae oder "Licht auf dem Felde"). An dieser Stelle wurden ein Altar und ein Grab mit einem enthaupteten Körper wiedergefunden. Auf dem Grab des Heiligen ließ König Alfonso II von Asturien eine Kirche errichten, die um 900 durch eine größere ersetzt wurde. Im Jahre 997 plünderte Al-Masur die Stadt und zerstörte die Kirche, wobei allerdings das Grab intakt blieb. Die heutige Kathedrale geht hauptsächlich auf das 11. und 12. Jahrhundert zurück. Der Kult um St. Jakob wuchs gemeinsam mit den Geschichten um seine angeblichen wunderbaren Fürsprache im Kampf gegen die Mauren. Das erste Mal sah man die Erscheinung des Heiligen in der Schlacht von Cavijo im Jahre 844. Im Laufe der Jahre wurde Jakob der Maurentöter, der in die Geschichte als "Santiago Matamoros" einging, als Besitzer des Landes verehrt. Aus ganz Europa kamen immer mehr Pilger an die heilige Stätte, um die herum sich eine Stadt bildete. Sie gingen den sogenannten Jakobusweg und lernten unterwegs die Gastfreundschaft der Mönchshospizen und der Ordensritter kennen. Mit ihren derben Mänteln , robusten Sandalen und Hüten mit einer breiten Krempe, die mit einer Muschel, dem Symbol des Heiligen, verziert waren, erkannten sich die Pilger auf ihrem Weg nach Santiago sehr leicht. Viele Besucher sind erstaunt darüber, in Santiago eine barocke und nicht etwa eine mittelalterliche Kathedrale vorzufinden. Zunächst sieht man tatsächlich die Fassade des Obradoiro, die im 18. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Dahinter erhebt sich jedoch die alte Kirche mit ihrem großartigen Pórtico della Gloria (Portikus der Glorie) (1188), ein romanisches Meisterwerk von Maestro Mateo. Der Narthex besteht aus drei Portalen, die mit Figuren und Skulpturen geschmückt sind. Vor der Hauptsäule, wo sich eine heitere Darstellung des heiligen Jakob mit einem Pilgerstab befindet, ruhten die Gläubigen aus und berührten dabei den Stein mit ihren Händen. Diese Geste ist derart oft wiederholt worden, dass sie im Laufe der Jahrhunderte die Abdrücke der Finger hinterließ. Das Innere der Kathedrale, immer im Halbschatten, erscheint eher nüchtern, wird jedoch durch prunkvolle Zeremonien belebt, die sich zu Festtagen abspielen. Acht Männer , in rot gekleidet, tragen dann ein gigantisches silbernes Weihrauchgefäß ("botafumeiro"), das sie am Gewölbe befestigen und dann hin- und herschwenken. Mit Zischen und Funken breitet sich der Duft des Weihrauchs in der Kathedrale aus und erinnert damit an antike Riten. Die immense Plaza de España, an der westlichen Seite der Kathedrale gelegen, ist von schönen Gebäuden verschiedener Epochen und Stile umgeben, die jedoch zusammen ein harmonisches Ganzes ergeben. L'Hostal de los Reyos Catolicos (Herberge der katholischen Mönche) wurde von Ferdinando und Isabella als Hospiz und Krankenhaus für die Pilger erbaut. Hinter der Fassade in platereskem Stil verbirgt sich ein wunderbares Hotel. Freude für Ihren Gaumen werden die typischen spanischen Spezialitäten Paella und Gazpacho bieten.sein; die von Ort zu Ort variieren; so existieren mindestens dreißig Gazpacho-Rezepte. Hauptzutaten dieser kalten Suppe maurischen Ursprungs sind Tomaten, Gurken, Paprika, Essig und Öl sowie Basilikum. Der Safranreis der Paella kann mit Huhn, Kaninchen, Wurst, Schinken, Garnelen, Weichtieren, Calamari oder sogar Langusten zubereitet werden. Was die Weine der Region anbetrifft, so sind die Weißweine Albarino und Ribeiro besonders gut; Agullo und Condado sind leicht prickelnd und eignen sich insbesondere zu Krustentieren. Für Ihre Einkäufe empfehlen wir Ihnen Lederartikel, Kerzenleuchter und andere schmiedeeiserne Kunsthandwerkgegenstände sowie Silberschmuck, für den die Einwohner Galiciens besonders berühmt sind. In Santiago sollten sie das Symbol der Pilger, eine silberne Muschel, suchen.
Tag 7 Lissabon (Portugal)
Lissabon, die Hauptstadt Portugals, ist mit Sicherheit eine der faszinierendsten Städte Europas. Sie besitzt zahlreiche Kunstwerke, Museen und Gebäude, die mit Intelligenz und Gleichmaß errichtet wurden. Lissabon erstreckt sich über das Amphitheater entlang den Abhängen der niedrigen Hügel und spiegelt sich im Fluß Tejo an dem Punkt, wo sich das Binnenmeer, Strohmeer genannt, mit dem Mündungstrichter des Flusses verengt. Die Ursprünge Lissabons gehen in die Antike zurück, wo sich die Spuren verlieren. Gemäß einer antiken Legende soll Lissabon von Odysseus auf einer seiner unzähligen Etappen der "Odyssee" auf dem Rückweg nach Itaca gegründet worden sein. Laut Historikern war Lissabon mit Sicherheit eine phönizische Kolonie bis 205 v. Chr. Dann stand sie unter römischer Herrschaft und trug den Namen Felicitas Julia. In der Folge fiel sie erst den Westgoten und dann den Arabern zu, die sie Lischbuna nannten, zahlreiche Strukturen errichteten und somit der Stadt ihre heutige Basis gaben. Alfons I verjagte die Mauren aus Lissabon. Er restaurierte die Stadt und machte sie zur Hauptstadt des neuen Königreichs. Dies war der erste Schritt in Richtung Fortschritt, der sich zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert einstellte und der der Stadt die Rolle einer ungewöhnlichen Herrschaft verlieh. Das Erdbeben im Jahre 1755 machte sie fast vollkommen dem Erdboden gleich und forderte 40.000 Opfer. Dank der Bemühungen des Grafen Pompal wurde die Stadt mit ihren ursprünglichen Strukturen wieder aufgebaut. Das Zentrum von Lissabon ist besonders ausgedehnt. Von Praca de dom Pedro IV, besser bekannt unter dem Namen Rossio, dehnt sie sich nach Nordosten aus, wo sich der Bahnhof im neomanuelinischen Stil befindet, während im Süden der Platz im Praca de Comercio entlang der breiten Rua Augusta I mündet. Dies ist ein elegantes Viertel aus dem 18. Jahrhundert, das von dem gleichen Grafen Pompal entworfen wurde. Hier befinden sich alle Ministerien und Behörden. Der Chiado ist die eleganteste Straße Lissabons. Paläste und Barockkirchen wechseln sich mit luxuriösen Geschäften ab. Die Kathedrale Sao Roque wurde 1570 nach den Entwürfen von Filippo Terzi errichtet und nach dem Erdbeben von 1755 fertiggestellt. Es ist die bevorzugte Kirche der Portugiesen, die eine sehr starke Bindung an die christliche Tradition und die katholische Kirche haben. Im Innenraum befinden sich Meisterwerke das Barocks. Bemerkenswert ist auch die Johanneskapelle, die 1742 im Auftrag des Königs Joao V von Romanel entworfen und ausgeführt wurde und mit Mosaiken und Edelsteinen von M. Maretti ausgestattet ist. Rechts von der Kirche befindet sich das Museum mit herausragenden sakralen Werken. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Torre de Belem. Der Turm wurde an der Stelle errichtet, von der Vasco de Gama zu seiner Reise nach Indien aufbrach. Inmitten des Flußes errichtet, diente der Turm zum Schutz der Hafeneinfahrt. Auch dieses Meisterwerk der manuelinischen Kunst ist eine Mischung aus romanisch-gotischem Stil mit Renaissance-Elementen und orientalischem Einfluß. Durch die geographische Lage und die verschiedenen Einflüsse während der Jahrhunderte ist die portugiesische Küche sehr vielfältig. Ausgezeichnet sind die Fischgerichte, aber auch Fleisch, besonders Wild, sowie Aufschnitt und besonders Schinken sind sehr empfehlenswert. Nicht weit von Lissabon befindet sich die königliche Sommerresidenz in Queluz, wo der König sich einen "schönen Zufluchtsort" von den höfischen Pflichten und Regierungsgeschäften schaffen wollte. Das Schloß steht Versailles um Nichts nach: Sowohl die Architektur des Schlosses als auch die künstlerische Gestaltung der Gartenanlage gehören zu den schönsten der Welt. Bei der Besichtigung Lissabons sollte man auf keinen Fall versäumen, das neue Expo'98 Gelände zu besichtigen. Es wurde anläßlich der Feierlichkeiten der Weltausstelltung und der Fünfhundertjahrfeier des Aufbruchs Vasco de Gamas nach Indien errichtet. In diesen Pavillons, mit denen sich Lissabon kulturell und künstlerisch den Eintritt zu Europa verschaffen wollte, wurde die Ausstellung zum Thema "Ozean als Quelle des Lebens, des Handels und der Wissenschaft" untergebracht.
Tag 8 Cadiz (Spanien)
Die andalusische Stadt Cadiz, wichtige Hafenstadt, Hauptort der Provinz und Bischofssitz, ist berühmt für ihre malerische Lage. Sie erhebt sich auf einem Kalkfelsen, der am Ende einer 9 kilometer langen Landzunge im Golf von Cadiz aus dem Atlantischen Ozean ragt. Mit dem Festland wird sie außerdem durch eine Brücke verbunden. Bis zu 15 Meter hohe, mächtige Mauern schützen die Stadt vor den Wellen: der Tidenhub liegt normalerweise bei 2 Metern, kann aber bei Springfluten bis zu 3 Metern erreichen. Die weißen Häusern mit den flachen Dächern, den "Miradores" und den charakteristischen Aussichtstürmchen, so wie auch die palmenreichen Parks mit der weiten Sicht auf den Ozean verleihen Cadiz eine ganz besondere Attraktivität, die der Stadt den Namen "Taza de plata", Silbertasse beschert hat. Cadiz ist mit Sicherheit, so wie Marseille in Frankreich, die älteste und historischste Stadt der iberischen Halbinsel. Sie wurde von den Phöniziern gegründet und dann von den Kathargern besetzt, die von hier aus nach Südspanien eindrangen. Im Zweiten Punischen Krieg fiel sie unter die Herrschaft der Römer und erreichte ihren höchsten Entwicklungsstand kurz vor einer tiefen Krise im Mittelalter, von der sich die Stadt erst nach der Wiederkolonisation und der Entdeckung Amerikas erholte, als die zurückkehrende Flotte in ihrer Bucht ankerte. Der Verlust der Kolonien ließ sie erneut ihre Bedeutung verlieren, die sie erst in der heutigen Zeit wiedererlangt hat. Besonders sehenswert sind die Monumente und Kirchen im Stadtzentrum, besonders die Santa Caterina-Kirche, eines der Meisterwerke des Architekten Murillo, der bei der Fertigstellung dieses letzten Werkes sein Leben verlor. Sehr schön ist auch die Kathedrale: mit ihrem Bau wurde 1722 begonnen, doch erst 1838 konnte sie fertiggestellt werden. Ihr Inneres wird sie von riesigen Säulen in drei Schiffe unterteilt, über die sich die majestätische, quadratische, 52 Meter hohe Kuppel erhebt. Sevilla etwa 10 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, ist der Hauptort Andalusiens, und die viertgrößte Stadt Spaniens. Sie wird mit dem Meer durch Kanäle und den Fluss Guadalquivir verbunden, der auch für große Dampfer schiffbar ist. Die Lage der Stadt ist bemerkenswert, denn obwohl sie 87 km vom Meer entfernt liegt, besitzt sie einen sehr aktiven Hafen. Wegen der von unzähligen Farben geprägten Landschaft wird Sevilla "Stadt der tausend Reflexe" genannt; seine Umgebung verläuft sich -so weit das Auge reicht- in bestellte Felder, Weinberge, Oliven- und Orangenhainen. Sevilla wurde von den Iberern gegründet und von Phöniziern, Karthargern, Griechen und Römern erobert; es war 461 Hauptstadt des westgotischen Reiches und ging 712 an die Araber, deren Herrschaft bis 1248 dauerte, als Ferdinand III. von Kastilien die Stadt befreite und sie zu seiner Residenz machte. Im Jahre 1300 übernahm Don Pedro el Cruel das Regiment; Kolumbus ankerte hier bei seiner Rückkehr aus Amerika (1493) und von da an begann die Glanzzeit Sevillas, die über ein Jahrhundert dauern sollte. In Erinnerung an Kolumbus und sein Lebenswerk hat auch Sevilla, wie ihre Zwillingsstadt Genua, eine internationale Ausstellung organisiert, die über 2 Millionen Touristen nach Spanien gelockt hat. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört die Kathedrale, die in über 100 Jahren Arbeit genau auf dem Platz errichtet wurde, wo einst die Araber eine der bedeutendsten Moscheen ganz Spaniens gebaut hatten. Der Turm der Giralda, 93 Meter hoch, ist das Wahrzeichen der Stadt: dem Minarett der antiken Moschee wurde eine Spitze aufgesetzt und damit in einen Glockenturm umgeändert. Vom Turm hat man einen atemberaubenden Blick. Das Innere der Kathedrale besticht durch eindrucksvolle Schönheit und birgt neben vielen Schätzen auch das Grabmal von Christoph Kolumbus. Ein weiteres interessantes Bauwerk ist Alcazar, Festung und Palast der arabischen Herrscher, der im 12. Jh. begonnen und nachfolgend erweitert wurde. Der Hauptteil stammt von König Pedro el Cruel. Anschließend wurde er ein weiteres Mal erweitert und mehrmals restauriert, wie nach dem Erdbeben von 1755 und einem Brand von 1762, bei denen er stark beschädigt wurde. Bemerkenswert die herrlichen, farbenfrohen Arabesken, die "Azulejos" (Kacheln) der Wände und die Kassettendecken. Außen wurden schöne maurische Gärten mit Brunnen, Bädern und überraschenden Wasserspielen angelegt. Zwei typische gastronomische Spezialitäten Sevillas sind der "Gazpacho" und der "Cocido andaluz". Das erste Gericht schmeckt erfrischend, während das zweite ein reichhaltiges, stark gewürztes Rezept ist. Lecker sind auch neben dem "Menudo", einem Gericht aus Innereien, die Meeresfrüchte und der andalusische Spargel.
Tag 9 Malaga (Spanien)
Die Araber hielten sie für das Paradies auf Erden und das war vielleicht auch der Grund dafür, warum sie weniger unerbittlich auf ihren Streifzügen wurden, als sie mit dem Gebiet vertraut wurden und in einigen Fällen hier sogar ein Haus bauten. Das gleiche Gefühl von Frieden und Ruhe fanden hier vor ihnen die Phönizer, die dieses Küstenstück entdeckt und es als erste besiedelte hatten (tatsächlich ist der Ursprung des Namens phönizisch "malak") und die Karthager, die hier lange Jahre regierten bis sie es bei den Völkerwanderungen an die Westgoten verloren. Heute ist Malaga ein Tourismus- und Landwirtschaftszentrum mit einer deutlichen Neigung zur Lebensmittelindustrie mit einem florierenden Handel von Obst, Weintrauben und Wein, die in den umliegenden Ebenen angebaut werden. Malaga ist aber auch eine Hafenstadt, von der man nach Granada gelangt, berühmt für die Alhambra, eines der bedeutendsten architektonischen Kunstwerke der Welt und Meisterwerk der arabischen Baukunst. Es ist eine Festung auf der Hügelspitze, die 150 Meter über der Stadt liegt. Es ist das einzige noch erhaltene arabische Bauwerk aus dem Mittelalter. Seine Erhaltung verdanken wir Königin Isabella II., die nach einer langen Phase der totalen Vernachlässigung dessen Restaurierung anordnete. Im Innern der Festung sollten man auf keinen Fall versäumen, die Myrtenhöfe zu besichtigen, die die Seitenflügel des Palastes bilden. Sie waren dem König vorbehalten und erhielten ihren Namen von den Myrtenbüschen, die den mittleren rechteckigen Hof und den Löwenhof umgaben, die mit dem Harem die Winterresidenz des Königs bildeten. Sie sind ein Meisterwerk der maurischen Baukunst mit ihren zwölf Löwenstatuen aus schwarzem Marmor, die den Springbrunnen in der Mitte dekorieren. Heute ist die Alhambra die am meisten besichtigte Sehenswürdigkeit Spaniens. Genauso bemerkenswert ist der Generalife, die Ruhestätte der arabischen Könige, die einen Garten errichten ließen, der dem islamischen Paradies ähnelt. Orangen, Myrten- und Lorbeerhecken, eine Blumenpracht, ein Innenhof mit Springbrunnen und schlanken Säulen, die die Arkaden tragen sowie ein weiterer wunderschöner Innenhof bilden das Bühnenbild für ein orientalisches Märchen. Von Malaga aus gelangt man auch zu einem der beliebtesten Touristenziele der iberischen Halbinsel: Die Costa del Sol mit ihrer Perle Marbella, die mit ihrem internationalen Ruf und Berühmtheit mit Portofino verglichen werden kann. Marbella ist ein modernes Zentrum für den Massentourismus. Jedoch wurde bei der Errichtung neuer Unterkünfte die Altstadt respektiert, wenn nicht gar geschützt, die interessante Einkaufsmöglichkeiten und einen architektonischen Querschnitt durch die Baukunst Andalusiens bietet. Gastronomisch ist Andalusien wenigstens genauso abwechslungsreich wie geographisch: Fisch und Meeresfrüchte an der Küste, würziges Fleisch begleitet von Spezialitäten aus der arabischen Küche bilden die Hauptgerichte köstlicher Mittagessen, zu denen man einen kräftigen Wein trinkt, der zu den besten Europas zählt.
Tag 10 ...auf See...
Tag 11 Savona (Italien)
Christoph Kolumbus ist auch hier vorbeigekommen. Doch Achtung! Nicht, um zu Eroberungsfahrten im Dienst der spanischen Krone aufzubrechen. Nein, hier hielt er sich in den kurzen Pausen zwischen den Reisen auf, um seine Ländereien zu bestellen, um die vergangenen Reisen zu Papier zu bringen und um die kommenden im Geiste vorzubereiten. Auf den Höhen von Savona existiert noch heute die "Casa di Colombo", ein kleines Bauernhaus zwischen Gärten und Obsthainen. In Ligurien eines von vielen, das sich der Geburt und des Aufenthalts Kolumbus' rühmt: neben Savona sind auch Genua und Terrarossa di Moconesi im Rennen um diese Ehre. Doch wenn es in Savona ein historisch bedeutendes Monument gibt, das vor allen Dingen eng mit den Aktivitäten des Hafens verbunden ist, dann ist es der Priamar, die Burg, die sich über den Anlegestellen erhebt und erst vor einigen Jahren restauriert wurde. Und es ist wohl das Vorgebirge des Priamar gewesen, wo sich die erste Gemeinde niedergelassen hat. Sie wurde von dem lateinischen Geschichtsschreiber Titus Livius als "Savo Oppidum Alpinum" erwähnt. Das war im Jahre 205 v. Chr. und es scheint, dass sich dieses Volk mit den Karthargern gegen Rom verbündet hatte. Die Bedeutung Savonas verfällt langsam, nachdem Rom die Stadt Vada Sabatia, das heutige Vado gründet. Nach den Einfällen der Barbaren hingegen wird die Stadt zu einer wichtigen byzantinischen Siedlung. Savona wurde 643 von den Langobarden unter König Rotari zerstört. Während des 9. und 10. Jh. aber steigt die Stadt zur Hauptstadt der Mark Aleramica auf und wird im Anschluss eine Freie Stadt. Die maritime und kommerzielle Bedeutung Savonas wächst mit den zunehmenden Handelsbeziehungen mit Frankreich, Spanien und Nordafrika. Die Nähe zu Genua -noch heute leben die beiden Städte in einer eher konfliktbeladenen. Nachbarschaft- hat Savona oft in Schwierigkeiten gebracht. Nach vielen Widerständen und Schlachten aber hat die Stadt die Vormacht der "Superba", wie Genua damals genannt wurde, anerkannt. Doch auch Savona ist es gelungen, die eigene Position zu kräftigen und zwar mit den Papstwahlen von Sixtus IV. und Julius II. Dies war allerdings nach der Niederlage gegen die Genuesen im Jahre 1528 der letzte Moment an Berühmtheit. Danach fiel die Stadt in eine tiefe Krise bis zum Aufstieg Napoleons. Als Teil des Königreiches von Sardinien wird sie erst 1927 als Provinz anerkannt. Heute ist die Stadt eng mit dem Hafen und der Festung Priamar verbunden, die das Wahrzeichen Savonas darstellt. Es gibt zwei verschiedene Erklärungsansätze des Namens "Priamar": der erste geht davon aus, dass sich hier die Worte "Pietra sul Mare" (Fels über dem Meer, A.d.Ü.) verstecken, denn die Burg erhebt sich auf einem felsigen Vorgebirge über dem Ligurischen Meer. Die zweite Version erklärt den Namen als Ableitung von "Petra Mala" (schlechter Stein, A.d.Ü.), denn in der Tat bestehen die Felsen, auf denen die Festung errichtet wurde, aus Sedimentgestein und sind deshalb sehr bröckelig. Hinter den Mauern der Festung, die eine Schule und ein Spielzentrum beherbergten, wuchsen Julius II. und Sixtus IV. auf. Und hier wurde 1191 nach dem Sieg der Ghibellinen auch die Ernennung zur Freien Kommune gefeiert. Burg, Festung und auch Gefängnis: zwischen 1830 und 1831 wurde hier der italienische Patriot Giuseppe Mazzini gefangen gehalten. Während des Zweiten Weltkrieges wurde von der Festung der Verkehr im Hafen Savonas kontrolliert. Gleichzeitig diente sie als Bunker bei Bombenangriffen. Savona ist das bedeutendste Zentrum der westlichen Rivieraküste: ganz in der Nähe befinden sich einige der schönsten und wichtigsten ligurischen Badeorte, wie Alassio, Loano, Varazze und Albissola. Letzteres ist bekannt für seine Keramikproduktion.
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