Helios-Verlag K.-H.Pröhuber, Doku: Schüler in Uniform. Die Kadetten der Nationalen Volksarmee
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Helios Verlags- und Buchvertriebsgesellschaft
25.09.2009 - 13:25 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) Wie bekannt, hatte ein ehemaliger Kadett der NVA durch eine Einstw. Verfügung eine Textänderung in der oben genannten Dokumentation durchgesetzt. Durch Schwärzung der entsprechenden Stellen wurde die gütliche Einigung vor Gericht umgesetzt. Die Leseresonanz im Vorfeld der Einstweiligen Verfügung war so groß, dass die erste Auflage der Dokumentation schon nach wenigen Tagen vergriffen war. Die Auslieferung der modifizierten zweiten Auflage wird in der 40. Kalenderwoche vorgenommen.
Die Kadettenschule in Naumburg, laut SED- und Militärführung : »Kaderschmiede für den Führungsnachwuchs« der Nationalen Volksarmee, die von 1956 bis 1960/61 bestand wurde von rund vierhundert Schülern besucht. Konzipiert als Mittel- und Oberschule mit vormilitärischen Ausbildungselementen sollte sie Jungen im Alter ab 11 Jahren zum Abitur führen. Danach erwarteten die Verantwortlichen, dass die Absolventen die Offizierslaufbahn einschlugen. Aus vielerlei Gründen, vor allem wegen schwerer konzeptioneller Mängel, gelang es nicht, dieses Ziel zu erreichen. Es wurde beispielsweise den Kadetten versagt, entgegen früherer Zusagen, ihre künftige Waffengattung und Verwendung frei zu wählen. Manche sahen sich in Laufbahnen gedrängt, in die sie nicht wollten. Wegen der mangelhaften militärischen Ausbildung an der Schule konnte ferner keine Verkürzung der folgenden Offiziersausbildung versprochen werden. Im Ergebnis ergriff deshalb nur eine Minderheit der Kadettenschüler den Offiziersberuf. Was für Ärger und Enttäuschungen im DDR-Verteidigungsministerium sorgte, das die Kadetten-ausbildung sowieso für zu teuer und wegen des neuen DDR-Schulsystems ab Ende der 1950er Jahre auch für entbehrlich hielt. Kurzerhand entschied die SED- und Militärspitze im Mai 1960, die Schule sofort zu schließen und nur noch die beiden obersten Klassen an der Nachfolgeeinrichtung zum Abitur zu führen (1961); die anderen Kadetten hatten an zivile Schulen zurückzukehren. Damit endete die Kadettenausbildung in Deutschland, zu der Kommunisten schon immer ein gespaltenes Verhältnis hatten und die nie in ihr Weltbild passte. Unsicherheit im Umgang mit dem Thema war verbreitet. Aus diesem Grunde verboten leitende SED-Militärpolitiker jede historische Aufarbeitung dieser kurzen Episode deutscher Militärgeschichte nach 1945: Bis zur Wende und der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR blieb die Kadettenschule der Nationalen Volksarmee ein »Weißer Fleck« in der amtlichen Militärgeschichtsschreibung.
Angaben zum Autor
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52080 Aachen
Der Helios-Verlag ist ein in Aachen ansässiger Fachbuchverlag und wurde 1913 gegründet. Übernommen wurde der Helios-Verlag Anfang der neunziger Jahre von Karl-Heinz Pröhuber, dem heutigen Geschäftsführer. Pröhuber, der politische Wissenschaften und Soziologie studierte, stammt aus einem deutsch-belgischen Elternhaus mit „linkem“ Hintergrund. Schwerpunkt der verlegerischen Arbeit ist die militärische Zeitgeschichte, Regionalliteratur, Literatur zum jüdischen Widerstand. Darüber hinaus gibt er auch Belletristik heraus. Derzeit werden die Werke von über 100 Autoren verlegt. Sein Vater, Karl Pröhuber, ein Mitbegründer der KPD (1919), befreundet mit K. Radek, aktive Teilnahme an der Münchener Räterepublik, war im 2. Weltkrieg Angehöriger eines Strafbataillons.
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