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Iran: Tehran empfiehlt sich als moderne Investitionsmetropole in Berlin

von RSS-Feed German Global Trade Forum Berlin
12.10.2010 - 10:15 Uhr - Wirtschaft, Handel & Industrie

(prcenter.de) Berlin/Tehran: 11.10.2010 - Während der Iran weiterhin wirtschaftlich solide da steht und darüber hinaus sein Modernisierungsprogramm „eigener Art“ munter fortsetzt, wirken sich die Boykottmaßnahmen eher negativ auf diejenigen aus, die sie verhängt haben. Das ist der verbleibende und nachhaltige Eindruck einer Veranstaltung „Wirtschaftspartner Iran – Chan-cen für Investitionen und Kooperationen“, die von einer auf Einladung der Berliner IPC-GmbH in Deutschland weilenden Delegation der Stadtverwaltung Tehrans unter der Leitung des Beraters des Bürgermeisters und Vorsitzenden der Stadtverwaltung Dr. Karbassiyan den anwesenden Teilnehmern im Ergebnis vermittelt wurde. Zahlen und Fakten sprechen für sich.

Ziel des Deutschlandbesuchs der Delegation war in Berlin die in Anwesenheit des iranischen Botschafters und der Handelsabteilung vorgetragene Präsentation der von der Stadtverwaltung in Tehran geplanten Zukunftsprojekte vor Unternehmen der deutsch-iranischen Unternehmerschaft, die alles andere als konservativ sind. Ambitioniert zielen die Macher im Iran auf die Unternehmen, die sich den Realitäten stellen. Die auf Druck der USA und Israel auch von der UN und Europa verhängten jüngsten Boykottmaßnahmen gegen den Iran beflügeln den Mittelstand und die Wettbewerber aus den Schwellenländern, allen voran die Türkei, China und Südostasien. Folgt man hier iranischen Presseberichten, dann halten sich selbst die Israelis nicht an die von der eigenen Regierung vorgegebene Linie. So sollen die Importe von Produktion aus israelischen Quellen seit der Amtsübernahme des amtierenden Präsidenten um 20% gestiegen sein. Tendenz: Steigend. Nicht weniger sind die aus US-amerikanischen Quellen stammenden Warenlieferungen gestiegen, die nach wie vor beachtlich sind. Während US-amerikanische Aufpasser aus Geheimdienstkreisen in erster Linie damit beschäftigt sind, europäische Wettbewerber zu überwachen und zu beschränken, bleiben die Exporteure aus den USA eher pragmatisch. Dubai, China und naturgemäß die Länder Südostasiens sind die Transitländer, die ihrer „neutralen Rolle“ voll gerecht werden und ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen. Der Boykott erscheint im Ergebnis eine gezielte Maßnahme zur Schwächung Europas. Und das schlimme daran: Europas Politik macht widerspruchslos mit. Nein, nicht ganz Europa. Der europäische Mittelstand hat das Spiel durchschaut und handelt pragmatisch gegen den Trend. Während die europäischen Grossunternehmen unter dem direkten Einfluss außereuropäischer Wettbewerber nach und nach das Feld „Iran“ beräumen und sich aus einem direkten Engagement zurückziehen, übernehmen der europäische Mittelstand und zunehmend Unternehmen aus dem mittleren Osten und China das freigewordene Terrain. Richtig beliebt sind die Chinesen dabei nicht. Technologische Spitzenleistungen aus erster Hand sind gefragt und nicht „aus Umwegen“. Richtig begeistert von der europäischen Zurückhaltung sind die türkischen Unternehmen. Die übernehmen alle freigewordenen Bereiche wo immer sich die Gelegenheit bietet.

Modernität, Kultur, städtebauliche Innovation und eine Hinwendung zu den Zukunftsfragen modernen Lebens in den Metropolen kennzeichneten sowohl die Präsentation als auch die sich gerade für den Mittelstand aus Europa eignenden Projekte. Der Iran und mit ihm seine 15 Millionen Einwohner Hauptstadt schicken sich an, wieder die führende Rolle bei der Entwick-lung der gesamten Region zu übernehmen. Nach Istanbul im Westen Asiens wird nach den Plänen der Stadtverwaltung Tehran in Middle East die maßgebliche Metropole und allenfalls Mumbai in Indien und Xian in China werden sich als nächste Städte hier auf „gleicher Au-genhöhe“ bewegen können. Wer sich mit dem Iran einige Jahre nicht mehr aktiv beschäftigt hatte, wurde durch die Flexibilität und den dynamischen Ansatz der Verantwortlichen über-rascht, die von einer Regierung mit einem besonderen Hang zu öffentlichkeitswirksamen Auf-tritten nicht unbedingt erwartet werden konnte. Insider, darunter nicht wenige erfolgreiche deutsche Unternehmer mir iranischem Hintergrund haben die sich gerade derzeit ergebenen Chancen schon lange erkannt. Der Widerspruch zwischen der allgemeinen politischen Stim-mung und den realen wirtschaftlichen Chancen müsse konstruktiv genutzt und „aufgelöst“ werden. Gerade die Widersprüchlichkeit und die international nachverfolgbare Auseinander-setzung heben den Iran von den Konfliktregionen der Umgebung deutlich und vor allem posi-tiv ab. So der Tenor der Kommentare vieler Teilnehmer.

Die sich durch den Boykott des Irans gerade für den Mittelstand ergebenen neuen Chancen betreffen vor allem die Leistungsbereiche, für die der deutsche Mittelstand international an erster Stelle steht, wenn er sich nicht das Feld von den nicht schlafenden Wettbewerbern übernehmen lassen will:

- Moderne Verkehrsinfrastruktur, Verkehrs- und Signaltechnik
- Tunnel-, Straßen- und Brückenbau
- Umweltschutz, Green Industries
- Wasser-, Abwasser- und Wasseraufbereitungstechnologien
- Müllentsorgung, Recycling, Müllverwertung
- Energieeffizientes Planen, Bauen, Renovieren
- Klima- und Kältetechnik
- Wind- und Solarenergieausbau
- Agrobusiness & Biotechnologie, Mikroalgen und Bakterien

Bei einem Bestand von rd. 4 Mio. PKW und einem jährlichen Wachstum von rd. 500.000 Fahrzeugen hat Tehran ein nachhaltiges Parkflächen-Problem. Die Errichtung komplexer und gemischt nutzbarer Gewerbe- und Wohnparks mit mehrstöckigen Parkhausflächen gehört danach zu den vorrangigen Aufgaben der Stadtplanung und des Städtebaus. BOT-Modelle aller Art sollen dazu beitragen, die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen auf der Basis von PPP-Projekten zu realisieren. Investitionen im Immobiliensektor werden in Milliardenhöhe erwartet, wobei sich vorzugsweise türkische und chinesische Investoren vor Ort die Hand geben.

Die Modernisierung der Müllentsorgung, Verarbeitung und Aufbereitung stehen auf den Wunschzetteln der Verantwortlichen der Stadtverwaltung ganz oben. Deutsche Entsorger aber auch moderne Technologien wie die der „HTCW“ zur Verwertung von Stoffen werden analysiert und in den Planungen diskutiert. Die hierbei vorgelegten Planentwürfe entsprechen internationalen Standards. Sie widersprechen zugleich dem in westlichen Medien kommunizierten Bild vom Iran als einem Land, in dem die Modernität keine Perspektive hat. Ganz augenscheinlich hat sich hier ein sichtbarer Wandel in der Darstellung und Präsentation vollzogen. Die anwesenden Fachunternehmen jedenfalls waren zuversichtlich. Ihre Leistungsangebote hochwertig. Die Erwartungen waren hoch, wurden bestätigt und es hatte den Anschein, als bliebe der Iran in vieler Hinsicht eine erste Adresse für deutsche Unternehmen.

Welche wirtschaftlich nachteiligen Folgen der weitere Boykott Europas auf die deutsche Wirtschaft haben könnte, wird durch die mögliche Verschiebung der Importbilanz deutlich. 30 Mrd. € der 55 Mrd. € jährlichen Importe stammten bislang aus europäischer und damit überwiegend deutscher Produktion. Der durchschnittliche europäische Exportanteil Europas liegt damit bei rd. 40%. Dieser Anteil könnte sich weiter in Richtung Türkei, China und Süd-ostasien verlagern, würde der deutsche und europäische Mittelstand das Gebot der Stunde nicht nachhaltig und erfolgreich nutzen. Die Erlöse aus dem potenziellen Handelsgeschäft mit dem Iran pro Jahr übertreffen die Erlöse aus der gesamten Laufzeit der Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten in Deutschland um ein Vielfaches. Wenn das kein Wirtschaftsfak-tor ist, der gegen eine weitere Selbstschwächung spricht ? Der Mittelstand hat das scheinbar verstanden.

So führen die europäischen Restriktionen nicht nur zu einer Belebung des Mittelstands, der den Rückzug der Großunternehmen mit Freude begrüßt, sondern auch zu einem erheblichen Anstieg der an sich durch den Boykott eher einzuschränkenden Exporte. Allein in der ersten Jahreshälfte 2010 stiegen die Importe des Irans um +40%. Das System der Markteinschrän-kung durch neue Boykottmaßnahmen hat damit voll versagt. Dennoch scheint sich in Europa keine Vernunft einzustellen, obwohl eine weiterhin falsche Reaktion in Bezug auf den Iran gerade in den Bereichen gefährlich werden könnte, die der Iran im Interesse der Stabilität möglichst nicht weiter entwickeln sollte.

Eine andere Herangehensweise an den Iran, seine Menschen und seine Kultur wäre ange-bracht. Über 60% der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt. Ganze 66% der Studenten der ira-nischen Universitäten sind weiblich, die nicht nur studieren, sondern im Gegensatz zu ihren Kolleginnen im westlich beherrschen arabischen Raum „Auto fahren“ und uneingeschränkt auch akademische Berufe ausüben dürfen. Trotz aller sonstigen Belastungen. Die sich bilden-de junge Wissenschaftselite ist dem Austausch mit der Welt und sogar dem Westen positiv gegenüber eingestellt, sucht den Austausch und die Anerkennung der eigenen Leistung im Ausland. Ein Studium der eigenen Kinder im Ausland ist nach wie vor für viele Familien selbstverständlich. Den Menschen im Iran den Dialog zu verweigern, in dem durch einen Boykott eher die kritisierten Verhältnisse stabilisiert werden, erscheint bereits theoretisch kontraproduktiv.

Im Ergebnis zeichnen sich nicht allein neue und interessante Chancen für den unternehmeri-schen Mittelstand ab. Auch politisch bewirkt der Boykott eine neue Beweglichkeit. Während sich der Iran in der Vergangenheit auf internationalem Parkett eher zurück hielt, ist ein deutli-cher Wandel hin zu mehr „strategischem“ und mehr „öffentlichen“ Handeln von Entschei-dungsträgern unverkennbar. Die Bereitschaft wurde deutlich, sich auf den für den Iran wichti-gen Auslandsmärkten direkt zu präsentieren, um die Technologien und Lösungen einzukaufen und Partner zu gewinnen, die für die Beantwortung der Fragen der Zukunft von Bedeutung sind.
Bereits am 22. November 2010 wird sich insoweit in Hamburg die Gelegenheit bieten, wenn eine große politisch begleitete Wirtschaftsdelegation aus dem Norden des Irans Deutschland besuchen wird, um Möglichkeiten für Investitionen und Kooperationen mit deutschen Unter-nehmen zu erörtern.

Auskünfte hierzu erteilen:
IPC-GmbH
Guentzelstr. 24
10717 Berlin
Dr. D. Parnifard
eMail: parnianfard@t-online.de

Allgemeine Informationen über den Iran:
GERMAN GLOBAL TRADE FORUM BERLIN
Presseinformationsdienst
Spichernstr. 15
10777 Berlin
Tel. 030-212486-0
Fax. 030-2185432
email: berlin@germanglobaltrade.de
Internet: www.germanglobaltrade.de

Auskünfte über Embargobestimmungen und rechtliche Rahmenbedingungen im Iran:
Trempel & Associates
info@trempel.de
www.trempel.de

Das German Global Trade Forum Berlin fördert den internationalen Handel und Wirtschafts-dialog. Als offene und nicht kommerzielle Plattform dient es dem Meinungs- und Informati-onsaustausch zwischen Deutschland und seinen internationalen Handelspartnern aber auch gezielt der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturförderung. Administration und Verwaltung obliegt der gleichnamigen Limited mit dem Registersitz in England und der Geschäftsleitung in Berlin. Durch Kongresse, Foren, Seminare, Business Missions aber auch eine gezielte Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse im In- und Ausland wirken das Forum und seine derzeit in über 40 Ländern ansässigen Vertreter nachhaltig und gezielt im öffentlichen und privaten Sektor. Das Forum bildet als Dienstleister die Grundlage für die Durchführung internationaler Kongresse, Symposien, Messen und Veranstaltungen im In- und Ausland.

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