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Japanische Botschaft empfängt Wal- und Delfinschutz-Forum

von RSS-Feed Journal Society GmbH
03.09.2008 - 18:43 Uhr - Umwelt & Natur

(prcenter.de) (Berlin-jsg) Anlässlich des „Japan Dolphin Day“, dem alljährlichen Protesttag vor den japanischen Botschaften in der ganzen Welt gegen den zigtausendfachen Delfinmord, übergab der Vorsitzende des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), Jürgen Ortmüller, am Mittwoch, den 3.9.2008, eine Protestnote in der Berliner Botschaft.

Während vor der Botschaft Wal- und Delfinschutzaktivisten verschiedener mit dem WDSF solidarisierender Organisationen mit japanischer Trauerbeflaggung und Bannern gegen den Meeressäugerfang protestierten, empfing Takuyo Mikami, japanischer Botschaftssekretär für Agrarwirtschaft und Fischerei, den WDSF-Chef zum einem 1 ½- stündigen Gespräch.

Mikami äußerte Verständnis für die Position in der westlichen Welt, die sich bis auf Norwegen und Island einhellig gegen den Wal- und Delfinfang ausspricht, gleichwohl war seine Aussage, dass Delfinfleisch zum Verzehr an japanischen Schulen ausgegeben würde und dass es sich bei dem Fang der Wale und Delfine um eine alte Tradition handele. Der Botschaftssekretär sagte dem WDSF allerdings zu, bei der Regierung in Tokio zu intervenieren, dass Japan zumindest keine Delfine mehr in andere Länder exportiert und dass die vom WDSF mit wissenschaftlichen Laborergebnissen untermauerten Quecksilberbelastungen der zum Verzehr freigegebenen alljährlich rund 14.000 getöteten Delfine von der japanischen Regierung überprüft würden.

Der WDSF-Vorsitzende konnte einen Vertrag zwischen Japan und der Türkei vorlegen, aus dem sich ergibt, dass Ende letzten Jahres insgesamt 10 Delfine für 280.000 US-Dollar an einen türkischen Vergnügungspark mit Genehmigung der japanischen Regierung exportiert wurden. Die Europäische Union hat inzwischen entsprechend des Washingtoner Artenschutzabkommens den Import von Delfinen und Walen reglementiert. In der Türkei ist allerdings ein vermehrter Import von Delfinen für angebliche Therapiezwecke und als Hotelattraktion festzustellen.

Ortmüller: „Wir haben in der Botschaft ein weitgehend konstruktives Gespräch geführt und das WDSF hofft, dass nun auch Taten in Tokio auf Regierungsebene folgen. Es war nach unseren bisherigen Protesten vor der japanischen Botschaft in Berlin ein erstmals intensives Gespräch mit einem hochrangigen Botschaftsvertreter zum Schutz der Wale und Delfine, bei dem der Eindruck entstand, dass unsere gemeinsame Position der Gesprächsbereitschaft zu einem Umdenken des japanischen Wal- und Delfinfangs führen kann.“

Mikami bedankte sich für das freundliche Gespräch bei Ortmüller und war offensichtlich erleichtert, dass eine Protestorganisation erstmals ein Gespräch auf sachlicher Ebene gesucht hatte. Der Botschaftssekretär sagte in Übereinstimmung mit dem WDSF-Vorsitzenden weitere Gespräche nach Beendigung der derzeitigen Regierungsumbildung in Tokio zu.

Angaben zum Autor
Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)
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58119 Hagen
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Fax: 02334/9190-19
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