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Kapitalistischer Realismus 2.0 @ VLASAKcontemporary

von RSS-Feed Vlasak contemporary
23.12.2007 - 15:40 Uhr - Kunst & Kultur

(prcenter.de) "Doch nach drüben gehen"
Kapitalistischer Realismus 2.0 ab Januar 08 im Winterlager @ VLASAK contemporary

Realistische Darstellung in allen Medien, politische und sozialkritische Inhalte - diese Präferenzen hat Künstler, Kurator und Galerist Lars Jordan für `K.R.2.0- die Galerie` gesetzt.

Im September 2007 präsentierte `K.R.2.0` eine Auswahl internationaler Nachwuchskünstler, u.a. den Niederländer Klaas Bosch, die Berliner Jan Mövius, Will Kempkes und Fritz Bornstück, die Koreanerin Mi-Sug Kim, die Kanadier
Sarah-Jane Gorlitz und Wojcek Olejnek auf dem 4. Berliner Kunstsalon.

Nur wenige Monate zuvor hatte die Galerie ihre ersten Ausstellungen in
Berlin-Friedrichshain veranstaltet. Um den Clash der grellen turbokapitalistischen Moderne vs. ehemalige Hauptstadt der DDR auf möglichst dichtem Raum zu komprimieren, hatte man eine unsanierte Zwei-Raum-Wohnung mit Kohleöfen gewählt. Für Kunst, die oft in ähnlichen Ateliers und Wohnungen in Berlin entsteht, konnte man keinen passenderen Ausstellungsort finden.

Die erstaunliche Entwicklung der `K.R.2.0`-Wiege Friedrichshain ist in den letzten Jahren wird immer wieder mit anderen Stadtentwicklungen verglichen worden, mit der New Yorker Lower Eastside in den 70ern oder dem Londoner Eastend in den Achtzigern. Berlin als östlichste der westlichen Metropolen gibt seit den 90ern 80ern noch die Möglichkeit, zu sein und zu werden.

Die nächste Station des `Kapitalistische Realismus 2.0` war der noch fernere Berliner Osten: in Berlin-Kaulsdorf wurde eine alte, verfallene Jugendstil-Villa zu Galerie-Rämlichkeiten umgestaltet. Schön, grün und ländlich ist es dort vor allem im Frühling, Sommer und Herbst.

Zum Überwintern geht `K.R.2.0` deshalb nun ins "Winterlager" am Weddinger Anfang der Brunnenstraße. Zwischen Akan-Möbel und Obi, zwischen Aral und Amadeus-Hostel, wo die Stadttauben im Windkanal trainieren, gründete der Kulturmanager Jan Frontzek erst kürzlich den Ausstellungsraum VLASAK-contemporary. Frontzek, der zuletzt die Ausstellungen „Skulptur heute“ und „Antony Gormley“ im Kolbe-Museum mitorgansierte und die Galerien Kunstbank und Stedefreund managte, öffnet im Folgejahr des skulpturorientierten 2007 seine Weddinger Türen der Malerei.

Bis zum Galerien-Cluster am Rosenthaler Platz sind es zwar nur zwei
U-Bahnstationen, ansonsten aber wirkt die Gegend wie ein ehemaliges Schaufenster der Freiheit des Westens, das im Rahmen der Vereinigungsturbulenzen eingeworfen wurde: in dem einstigen "Kahlschlags-Sanierungsgebiet" wurden von 1966 - 1980 fast alle Gebäude abgerissen, durch funktionale West-Platte ersetzt und die alten Bewohner mehr oder weniger zum Umsiedeln in die schöne neue Glas- und Betonwelt gezwungen. Architekturpolitische Vorgänge, die ihr Ost-Spiegelbild in der DDR-Aufbaupolitik Marzahns oder Hohenschönhausens fanden.

An diesem Ort wird deutlich, wie nahe sich trotz aller ideologischen Grabenkämpfe die Ost- und West-Aufbaupolitik Berlins in Wahrheit standen, und hier spannt sich auch die thematische Brücke zu den Inhalten des `Kapitalistischen Realismus 2.0` - sie `machen rüber`, und bleiben doch gleichzeitig, wo sie sind.

Gute Kunst muss eben extrem sein - aber auch: als Erstes vor Ort.

Angaben zum Autor ( ):
KR 2.0
Lars Jordan larsjordan1@gmx.de

VLASAK-contemporary
Jan Frontzek Kulturmanagement
info@vlasak-contemporary.de
jung, neu, mutig

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