Kasachischer Film für Oscar nominiert
von
Kasachstan
28.01.2008 - 12:32 Uhr - Kunst & Kultur
(prcenter.de) Der kasachische Film Mongol wurde letzte Woche von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als bester nichtenglischsprachiger Film nominiert. Die Resultate werden an der 80. Oscarverleihung am 24. Februar 2008 in Los Angeles bekanntgegeben.
Dies ist das erste Mal, dass ein kasachischer Film für einen Oscar nominiert ist. Die weiteren Anwärter für den Oscar als bester nichtenglischsprachiger Film sind Beaufort (Israel), Die Fälscher (Österreich), Katyn (Polen) und 12 (Russland). Andere populäre ausländische Filme wie La Vie en Rose und Persepolis (beide aus Frankreich), The Year my Parents Went on Vacation (Brasilien) und The Unknown Woman (Italien) haben es nicht in diese Kategorie geschafft.
Der in Russland geborene und in Kasachstan wohnhafte Regisseur Sergei Bodrow hat mit dem Film Mongol einen Kindheitstraum realisiert. Der Film erzählt die Geschichte vom Aufstieg Dschingis Khans zu einem der mächtigsten Herrscher des Mongolischen Reichs. Das Drehbuch, verfasst durch Bodrow und Co-Autor Arif Aliyev, dreht sich um die dramatische und erschütternde Jugend Dschingis Khans und stützt sich auf historische Studien.
Die Geschichte spielt im 12. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Mongolei. Der neunjährige Temudschin, der spätere Krieger Khan, muss aus seinem Heim flüchten, nachdem sein Vater ermordet wurde und ein Rivale die Macht übernommen hat. Zusammen mit seinem Blutsbruder, dem Stammesprinzen Dschamucha, bekämpft der erwachsene Temudschin seine Feinde mit dem Ziel, die rivalisierenden Stämme der Region zu einigen.
Mongol ist eine shakespearewürdige Familienchronik um Trennung, gesellschaftlichen Ausschluss und das Wiedererlangen der Macht. Ein kleiner Junge behauptet sich mutig gegen zerstörerische Kräfte, und allein durch Willensstärke gelangt er zum Sieg.
Die Saga spielt vor der atemberaubenden Kulisse Zentralasiens. Die Dreharbeiten wurden 2006 in Russland und Kasachstan ausgeführt. Mit einer Länge von zwei Stunden ist Mongol nur der erste Teil einer geplanten Trilogie über das Leben Dschingis Khans. Der Film wurde durch kasachische Geldgeber mitfinanziert und ist in mongolischer Sprache gesprochen.
Von Stereotypen und Standarddarstellungen in Filmen und Büchern abweichend, zeichnet Mongol ein vielschichtiges Porträt des künftigen Eroberers und zeigt ihn als inspirierenden, furchtlosen Visionär. Die Einordnung Dschingis Khans in einen breiteren historischen und politischen Kontext macht den Film zu einem gelungenen Werk ganz in der kinematischen Tradition Kurosawas und David Leans.
Sergei Bodrow, Regisseur/Produzent/Co-Autor
Sergei Bodrow wurde im russischen Khabarovsk geboren und ließ sich am Russian State Institute of Cinematography (VGIK) zum Drehbuchautor ausbilden. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Korrespondent des Krokodil Magazins und veröffentlichte mehrere Aufsätze und Kurzgeschichten. Sein Debüt als Regisseur machte er als Co-Regisseur mit Sweet Dreams in the Grass (1984). Weitere Filme sind Freedom is Paradise (1989), I Wanted to See Angels (1992), Prisoner of the Mountains (1996, Oscarnomination für Russland in der Kategorie bester ausländischer Film) und Nomad (2005). Bodrow schrieb ausserdem das Drehbuch für den preisgekrönten kasachischen Film Schizo (2004).
Tadanobu Asano, in der Rolle des Temudschin
Tadanobu Asano ist einer der wichtigsten japanischen Schauspieler. Er arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Kitano und Oshima zusammen. Er debütierte in Swimming Upstream (1990) und erreichte mit Shunji Iwais Fried Dragon Fish (1993) seinen Durchbruch. International bekannt wurde er durch Maboroshi no hikari (1995) von Hirokazu Koreeda und die Samuraifilme Gohatto (1999) und Zatoichi (2003). In Mongol wird Asano unterstützt durch die glänzende Newcomerin Khulan Chuluun (als Börte) und Honglei Sun (als Dschamucha).
MONGOL
Ausführende Produzenten: Bob Berney, Bulat Galimgereyev, Alec Schulmann
Produzenten: Sergey Selyanov, Sergei Bodrow, Anton Melnick
Regie: Sergei Bodrow
Drehbuch: Arif Aliyev, Sergei Bodrow
Hauptrollen: Tadanobu Asano, Honglei Sun, Khulan Chuluun
Mongol lief bereits in kasachischen und russischen Kinos und wurde am Toronto Film Festival und am RomaCinema Festival 2007 gezeigt. Die US und UK Premieren sind für den 6. Juni 2008 geplant.
Angaben zum Autor (
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