LAOH weist Kritik der Krankenhausdirektoren zurück
von
Verband von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen Fachärzten in Deutschland e.V.
03.02.2011 - 10:48 Uhr - Medizin & Gesundheit
(prcenter.de) Verband unterstreicht Hygienevorteile des ambulanten Operierens
Der Verband von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen Fachärzten in Deutschland e.V. (LAOH) weist die Kritik des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) an der geplanten Verfassungsbeschwerde des LAOH gegen die Budgetierung ambulanter Operationen bei niedergelassenen Ärzten entschieden zurück. „Es ist und bleibt eine Wettbewerbsverzerrung, dass Krankenhäuser weiterhin unbegrenzt ambulant operieren dürfen, während der Zuwachs ambulanter Operationen bei den Niedergelassenen seit Januar gedeckelt wird“, erklärte der 1. Vorsitzende des LAOH, Dr. med. Thomas Wiederspahn-Wilz.
Der LAOH versuche weder eigene Budgets zu retten, noch stelle er die Krankenhäuser an den Pranger, korrigierte Dr. Wiederspahn-Wilz die Vorwürfe des VKD. Vielmehr gehe es um gleiche Rechte für Kliniken wie Niedergelassene, um die Sicherung hoher medizinischer Qualität und um die Erhaltung eines flächendeckenden Versorgungsnetzes in Deutschland. Wenn der VKD in seiner Pressemitteilung jetzt auf die steigenden Zahlen ambulanter Operationen in Krankenhäusern verweise, so sei eben dies eine argumentative Steilvorlage für den LAOH.
Dr. Wiederspahn-Wilz wundert sich allerdings auch deshalb über die VKD-Kritik, weil in einem internen Diskussionspapier der Deutschen Krankenhausgesellschaft der automatische Ausschluss von der Berechtigung zur Erbringung von Leistungen aufgrund von Mindestmengenvorgaben und überzogenen Strukturqualitätsanforderungen abgelehnt wird. Außerdem heißt es in dem Papier, dass die Krankenhausärzte nicht bedarfsgerecht an der ambulanten Behandlung beteiligt würden, weil Institutsermächtigungen zu restriktiv vergeben würden. „Hier wird unverhohlen und zum Nachteil der Patienten an Qualitätsanforderungen gerüttelt und für Krankenhäuser das Vorrecht gefordert, ärztliche Qualifikationen aufzuweichen, während bei Niedergelassenen – völlig zu Recht – eine Ausbildung zum Facharzt gefordert wird“, kritisiert Dr. Wiederspahn-Wilz.
Im Übrigen habe der LAOH keineswegs behauptet, dass die Patienten aus Angst vor Infektionen Operationen bei ambulant tätigen Ärzten einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus vorzögen. „Wir weisen lediglich darauf hin, dass durch mehr ambulante Operationen die Zahl der Infektionen mit gefährlichen Krankenhauskeimen deutlich gesenkt werden könne. „Wir sind davon überzeugt, dass die Zahl der Infektionen um mehr als 50 Prozent verringert werden könnte, wenn alle ambulant möglichen Operationen ambulant vorgenommen würden“, sagte Dr. Thomas Wiederspahn-Wilz. Gleiches gelte auch für die Zahl der Todesfälle. Aktuelle Fälle wie die Schließungen von Zentralsterilisationen zweier hessischer Kliniken seien Alarmzeichen, die man sehr ernst nehmen müsse.
So hätten Ambu-Kiss-Studien des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance (NRZ) in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut die deutlich geringere Zahl von Infektionen mit gegen Antibiotika resistenten Keimen bestätigt. Bei einer ambulanten Operation hätten Patienten den Vorteil, dass sie so gut wie keinen Kontakt zu anderen Patienten haben, die potentiell Träger eines resistenten Bakteriums sein könnten. Darüber hinaus träten die resistenten Stämme vor allem dort auf, wo viele Patienten mit Antibiotika behandelt werden. Dies sei in den OP-Zentren und Praxen ambulanter Operateure nicht der Fall, so Dr. Wiederspahn-Wilz.
Angaben zum Autor
Verband von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen Fachärzten in Deutschland (LAOH): Frankfurter Str. 51, 63500 Seligenstadt, Tel. 06182-960 202, Fax 06182-960 201,
Erster Vorsitzender: Dr. med. Thomas Wiederspahn-Wilz, Emma-Klinik GmbH & Co. KG, Frankfurter Straße 51, 63500 Seligenstadt, Tel.:06182-960-0, Fax:06182-960 251.
Der Verband von operativ und anästhesiologisch tätigen niedergelassenen Fachärzten in Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss von operativ tätigen Anästhesisten und Operateuren in ganz Deutschland. Pro Jahr operieren diese Fachärzte mehr als 150.000 Patienten erfolgreich ambulant. Ziel des Verbandes ist die Förderung und Verbreitung des Wissens und der Forschung auf dem Gebiet des ambulanten Operierens im Interesse seiner Mitglieder und der Patienten.
Weitere Informationen: www.laoh.net
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