Nobelreisträger Yunus vereinbart in Wolfsburg neue Initiativen zur Armutsbekämpfung
von
Grameen Social Lab
11.11.2009 - 13:02 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) Autostadt in Wolfsburg und Friedensnobelpreisträger Yunus holten internationale Unternehmen und Universitäten an einen Tisch – Renommierte deutsche Firmen beteiligen sich an Social Business Joint-Ventures
Wolfsburg, 11. November 2009. Bei einem Welt-Kongress mit mehr als 20 Nationen in der Autostadt in Wolfsburg sind am Wochenende neue Initiativen zur Bekämpfung der Armut vereinbart worden. Das
1. Global Grameen Meeting wurde veranstaltet von der Autostadt und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch, dem Gründer der Grameen-Bank, der Mikrokredite an die Ärmsten der Ärmsten vergibt sowie seiner deutschen Partnerorganisation, dem Grameen Creative Lab.
Neben neuen universitären Projekten etwa in den USA und Japan – so an der Kyushu Universität – wurde ein Memorandum of Understanding für das erste Public Private Partnership mit der Region Caldas Kolumbien unterzeichnet. Diese erste Konferenz hochrangiger Vertreter internationaler Unternehmen, Partner und Unterstützer der Grameen Social Business-Bewegung sowie Vertreter aus Wissenschaft, Politik und der Grameen Gruppe übertraf nach Darstellung der Organisatoren alle Erwartungen. „Wir haben einen wichtigen Schritt unternommen, die Armut auf der Welt bis zum Jahr 2030 zu beseitigen“, sagte Prof. Muhammad Yunus. „Die Kraft der Ideen aller Menschen und Nationen in Wolfsburg haben dieses Treffen magisch gemacht.“ Die Global Grameen Meetings sollen künftig jährlich stattfinden.
Auch Autostadt Geschäftsführer Otto Ferdinand Wachs lobte den „Geist dieses ersten Welt-Treffens“ und kündigte an, dass die Autostadt in den kommenden Monaten mit der Volkswagen AG eine Social Business-Projektidee erarbeiten werde, um Yunus’ deutsche Partnerorganisation, das Grameen Creative Lab, zu unterstützen. Darüber hinaus bot Otto Ferdinand Wachs Prof. Yunus an, dass die Autostadt auch im nächsten Jahr das 2. Global Grameen Meeting austragen werde.
Zahlreiche deutsche Unternehmen wie BASF sind hier bereits aktiv, andere große Konzerne wie adidas, SAP, Otto-Versand wollen sich ebenfalls engagieren und informierten sich bei der Auftakt-Konferenz in der Autostadt bei den Vertretern der Danone Group und Veolia Water über deren Social Business Projekte.
Yunus wies darauf hin, dass Kleinstkreditinstitute wie die von ihm gegründete Grameen Bank in Bangladesch relativ unabhängig von den globalen Finanzmärkten und deshalb von der aktuellen Finanzkrise nur wenig betroffen seien. Gleichzeitig jedoch litten auch die ärmsten Bevölkerungsschichten, die Kundschaft der Kleinstkreditbanken bilden, stark unter den Folgen des Konjunkturrückgangs auf der ganzen Welt. Die Kleinstkreditinstitute agieren meist in Entwicklungs- und Schwellenländern und verleihen Beträge von oft nur 100 oder 200 Dollar an Menschen aus armen Bevölkerungsschichten, die ansonsten keinen Zugang zu Bankdienstleistungen hätten. Nach dem von Yunus entwickelten Modell fließt das Geld hauptsächlich an Kleinunternehmer wie Korbflechter, Frisöre oder Ziegenhirten, die es als Starthilfe für ihr Geschäft nutzen.
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Angaben zum Autor
Britta Lämmle
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Grameen Creative Lab ist eine Organisation mit Sitz in Wiesbaden, die der Unternehmer Hans Reitz mit dem Friedensnovelpreisträger Muhammad Yunus zur Bepämfpung der Armut gegeründet hat.
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