Ölkatastrophe: Meeresschützer fordern Einsatz von Vogelwaschmaschinen vom BP/Aral-Konzern
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Journal Society GmbH
17.06.2010 - 12:41 Uhr - Umwelt & Natur
(prcenter.de) (Hagen-Westf./WDSF – 17.06.2010) Nachdem der Ölteppich im Golf von Mexiko die Strände der Region erreicht hat und Tausende von Seevögeln gefährdet sind, fordert die Meeresschutz-Organisation „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) den BP-Konzern auf, umgehend Vogelwaschmaschinen zur Verfügung zu stellen.
Bereits bei der Havarie des Öltankers „Erika“ vor 10 Jahren stellte die Mineralölfirma Elf, die zum Konzern Total/Fina gehört, an der französischen Atlantikküste Vogelwaschmaschinen zum Überleben der Seevögel zur Verfügung. Damals flossen über 20.000 Tonnen giftigen Schweröls ins Meer und verseuchten die bretonische Küste auf 400 Kilometer. Noch heute werden bei schwerer See Ölklumpen an den Strand gespült.
Der Geschäftsführer des WDSF, Jürgen Ortmüller, war damals mit seinen beiden Söhnen in Frankreich, um mitzuhelfen, die ölverschmierten Vögel einzusammeln, zu reinigen und in Auffangstationen zur Auswilderung unterzubringen.
Eine mühsame Arbeit, wie Ortmüller heute noch weiß: „Wir mussten Tag und Nacht mit Schutzhandschuhen arbeiten, um die Seevögel einzusammeln. Schnelle Hilfe war angesagt, damit wenigstens ein Teil der jeweiligen Population überlebte. Vermutlich wären ganze Vogelarten ausgestorben, wenn wir nicht einzelne Exemplare gerettet hätten. Die Seevögel brachten wir in Kartons zu den Auffangstationen, die kurzfristig vom Elf-Konzern mit Vogelwaschmaschinen ausgestattet worden waren. Der Waschprozess dauert etwa 10 Minuten. Auch wenn dabei weitere Vögel den Stress nicht überlebten, konnte ein Großteil gerettet werden.“
Bei der automatischen Wäsche werden weiche Geschirrspülmittel eingesetzt, die für die Tiere weitgehend unschädlich sind, so Ortmüller. Vor dem Waschvorgang würden die Seevögel mit Vitaminen inturbiert und hydriert, um danach für einige Wochen weitgehend stressfrei in Wildgehegen auf die Auswilderung vorbereitet zu werden. Soweit die Aufräumarbeiten an den Stränden noch nicht beendet waren, wurden die Vögel Hunderte Kilometer weiter entfernt ausgesetzt.
In den USA bemühen sich Helfer jeden angelandeten lebenden Vogel noch manuell zu reinigen. Das dauert pro Tier einige Stunden und der Wasserverbrauch liegt bei jeweils etwa 1000 Liter bzw. 10 bis 15 Badewannen in denen die Vögel schrittweise gereinigt werden.
Die BP-Pressesprecherin Stefanie Hansen am deutschen Konzernsitz in Essen versprach dem WDSF, sich umgehend mit dem Vorschlag zu befassen und vor Ort in den USA zur Sprache zu bringen.--
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