Offene Seite für alle Autoren, Leser und Verlage
von
Frankfurter Verlagsgruppe
03.02.2012 - 16:14 Uhr - Kunst & Kultur
(prcenter.de) Frankfurter Literaturverlag-Autor MEP verteidigt im eigenen Blog (http://m--e--p.blog.de/) die Freiheit des Buches und die Freiheit der Leser, sich ihren Lesestoff selbst zu wählen und nicht von den großen Verlagen beeinflussen zu lassen. Hier auszugsweise der Eintrag vom 3. Januar 2012 mit Ergänzungen:
Die Idee zu dieser Plattform geht zurück auf die Leipziger Buchmesse im März 2011, auf der auch ich mein neuestes Buch vorstellte. Ebendort flatterte mir ein Flyer in die Hand, auf dem sich der deutsche Schriftstellerverband Sorgen um das Herz und den Geldbeutel neuer auf den Markt strebender Autoren macht und ich schrieb umgehend einen Brief an den deutschen Schriftstellerverband. Dieser hielt es nicht mal für nötig, mir eine Antwort oder Ähnliches zukommen zu lassen. Na denn, wer nicht will, der hat schon oder hat schon gehabt! Ich glaube nicht, dass wir den Schriftstellerverband zu irgendetwas brauchen; wenn der sich nicht um Autoren kümmert, dann kümmern wir uns sicher nicht um ihn. Damit ist dieses Thema für mich abgehakt. Nicht aber mein Engagement für eine freie Kultur, für das freie Buch, für den freien Autor und für den freien Leser.
Wie bekannt ist, haben unbekannte Autoren kaum eine Chance von alteingesessenen renommierten Verlagen, wahrgenommen zu werden und so ist es das Anliegen kleinerer Verlage diese Lücke zu schließen – auch wenn dafür ein Kostenzuschuss verlangt wird, bedeutet das nicht, dass ein Buch dadurch weniger Wert ist. Und auch um große Verlage brodelt die Gerüchte-Küche, dass sie auch so ihre Geschäftsideen haben wie sie - vielleicht im Zuge einer Gegenleistung - unbekannte Autoren in ihr Programm miteinbeziehen. (Mehr dazu im kommenden Beitrag im Blog). Jedenfalls wenn die Filterung der auf dem Markt befindlichen Bücher allein durch die großen Verlage stattfinden sollte, käme das in etwa einer Zensur gleich. Deswegen haben die kleineren und mittleren Verlage hier eine große Aufgabe, nämlich alle diejenigen zu erfassen, die ihre Gedanken und Ziele in eine Buchform bringen möchten – aufgrund ihrer Unbekanntheit aber nie eine Gelegenheit dazu erhalten würden. Denn alles, was gedacht und geschrieben wurde, muss auch gelesen werden dürfen, wenn dadurch ein anderes Individuum keinen Schaden nimmt.
Sicherlich wird der Versuch, die Meinungs- und Publikationsfreiheit einzuschränken nicht gelingen, aber dennoch wird es gut sein, demokratische Eckdaten im Bereich der Meinungsbildung festzuhalten. Diese habe ich bei der Wiener Buchmesse im Rahmen meiner Lesung beschrieben und werde sie so hier wiedergeben:
Buchmesse, Wien 11.11.2011
Sehr geehrte Anwesende,
wir stehen hier für eine freie Kultur, für das freie Buch, für den freien Autor, für den freien Leser. Das zunächst Selbstverständliche darf nicht Willkür werden. So muss es weiterhin möglich sein, Texte zu publizieren, auch wenn sie im Hinblick auf Thema und/oder Niveau vielleicht „nur“ einem kleineren Kreis von Lesern zugänglich sind: Man bedenke, dass wissenschaftliche Publikationen auch kaum einen Absatzwert haben. Sollten sie deswegen nicht geschrieben oder publiziert werden? Wir stehen hier für eine Vielfalt, die vielfältiger nicht sein kann! So wie jeder Mensch eine Geschichte hat, wird jedes Buch zu einer, zu seiner Geschichte! Dieses Angebot muss transparent dargestellt und beworben werden. Denn: Der Wert eines Buches hängt nicht von der Größe und dem Umsatz eines Verlages ab - - sondern liegt zunächst im Buch selbst und als nächstes beim Leser – der für sich mehr oder weniger einen Nutzen aus dem Geschriebenen zieht. Und selbst Bücher, die im Moment dem Interesse des Publikums fern stehen, könnten in 100 oder 50 oder 20 Jahren zu einer leuchtenden Fackel auf unserer Suche nach Sinn und Überleben werden und dankbar angenommen werden. Dann wird man vielleicht einmal sagen: Es ist gut, dass es das oder das Buch gibt. Es hat mich reicher gemacht!
Niemand hat das Recht über Wert und Unwert, über Sitte und Moral zu entscheiden: Die Komplexität unserer Gesellschaft liegt nicht zuletzt in der Komplexität unserer Bücher als Ausdruck der Komplexität unserer Meinungen und Ideen! Diese Vielfalt zu beschränken und einer Art Zensur auszusetzen ist eine Rückschritt und endet – wie schon oft gehabt – in der Bevormundung des Individuums. Darum
Es lebe die freie Kultur! Es lebe das freie Buch! Es lebe der freie Autor! Es lebe der freie Leser!
Abschließend lädt MEP die Leser des Blogs (http://m--e--p.blog.de/) dazu ein, mitzudiskutieren und ihre Meinung mitzuteilen.
Angaben zum Autor
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Die Frankfurter Verlagsgruppe ist mit ihren beiden Töchtern, dem Frankfurter Literaturverlag GmbH und dem Frankfurter Taschenbuchverlag GmbH und deren Imprintverlagen, ein Unternehmen der Mediengruppe Dr. Hänsel-Hohenhausen.
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