Serie Heizen mit Holz: Wozu ein Pufferspeicher dient
von
Christoph Blumenthal - Architekt
25.01.2012 - 14:38 Uhr - Trends, Lifestyle & Verbraucher
(prcenter.de) Eine Heizung erfordert nicht über eine komplette Saison durchgehend die gleiche Leistung. Darum verfügen moderne Zentralheizungen über eine Regelungstechnik, welche die Wärmeleistung automatisch an die momentane Außentemperatur angleicht.
Holzheizung: Wenn Sie läuft, dann im Volllastbetrieb
Sowohl bei Pellet- als auch bei Stückholzkesseln ist es ungünstig, die Wärmeleistung herunterzufahren oder den Betrieb zu unterbrechen, wenn sie einmal laufen. Die simple Lösung für diesen Umstand ist ein periodischer Volllastbetrieb. Das bedeutet, immer wenn der Heizkessel läuft, arbeitet er mit voller Leistung, weil er das Holz so am saubersten und wirtschaftlichsten verbrennt. Um im Winter jederzeit heizen zu können, obwohl der Kessel immer nur für kurze Zeit in Betrieb ist, überbrückt die Heizungsanlage die Ruhephasen mit Hilfe eines Heizwasserspeichers. Er wird auch als Pufferspeicher bezeichnet. Darin speichert es in Zeiten geringen Wärmebedarfs, also bei mildem Wetter, die überschüssige Wärme aus dem zeitweisen Volllastbetrieb, damit sie nicht ungenutzt verschwindet. Der Speicher kann dann die Wärme dosiert abgeben, wenn sie abgerufen wird.
Das Prinzip eines Heizwasserspeichers
Der Heizwasser- oder Pufferspeicher ist ein wesentlicher Bestandteil des Heizkreislaufs. Falls der Bedarf an Raumwärme plötzlich abnimmt – zum Beispiel wenn Sie die Raumthermostate herunterregeln, kann er das einmal erwärmte Heizwasser zwischenspeichern. So zirkuliert warmes Heizwasser nicht ungenutzt durch die Leitungen, ohne von den Heizflächen abgenommen zu werden. Wertvolle Wärme bleibt auf diese Weise in einem Tank gespeichert, bis sie wieder abgerufen wird.
Wenn Sie den Raumthermostat höher stellen, also wieder mehr Wärme abrufen, greift die Heizungsanlage zuerst auf den Speicher zu. Erst wenn die dort vorgehaltene Heizwassertemperatur nicht mehr ausreicht, startet der Brenner erneut und leitet heißes Wasser in den Vorlauf. Überdies wird auch das Wasser im Speicher von Zeit zu Zeit vom Heizkessel nacherwärmt, also wieder mit frisch erhitztem Heizwasser versorgt, um es nicht auskühlen zu lassen.
Die Funktionsweise des Pufferspeichers bei der Holz-Zentralheizung
Die Nutzung eines Pufferspeichers läuft bei der Holzheizung immer in der gleichen Reihenfolge ab: Zuerst wird das Wasser des Heizkreislaufs erwärmt, danach das Wasser im Pufferspeicher. Sobald der Wärmebedarf des Hauses gedeckt ist, schaltet sich der Kessel komplett ab. Ein sofortiges Abschalten funktioniert jedoch nur bei Pelletkesseln. Die Luftzufuhr wird unterbrochen und die Flamme erlischt. Bei Stückholz ist das nicht so schnell möglich, da die Glut zuerst langsam ausbrennen muss.
Der Speicher ist ein mit Wasser aus dem Heizkreislauf gefüllter, zylindrischer, gut gedämmter Stahltank. Sein Inhalt wird vom Heizkessel konstant auf ungefähr 90 °C erhitzt. Sobald die Temperatur erreicht ist, schaltet sich das Holzfeuer automatisch ab. Das Speichervolumen sollte mindestens 50 l pro kW Heizkesselleistung betragen, als Faustregel kann man 80 l pro kW Heizkesselleistung annehmen. Beim durchschnittlichen (bestehenden) Einfamilienhaus liegt es also bei 1.000 bis 2.000 l. Neubauten mit gutem Energiestandard, also einer Kesselleistung unter 10 kW, kämen durchaus mit kleineren Pufferspeichern aus. Doch je größer das Volumen bemessen wird, desto seltener muss der Holzkessel anspringen.
Weiterführende Informationen zur Holzheizung
Lesern, die zum Thema Heizen mit Holz mehr in die Tiefe gehen möchten und dabei Wert auf herstellerunabhängige Informationen legen, empfehle ich die komplette Artikelserie auf meiner Autorenseite unter www.christophblumenthal.de/heizen-mit-holz.
Angaben zum Autor
Christoph Blumenthal - Architekt
Nußbaumer Berg 9
51467 Bergisch Gladbach
Telefon 0 22 02 – 124 99 69
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Architekt Christoph Blumenthal
„Planen und Bauen mit Durchblick – Fachwissen einfach verstehen und leichter entscheiden“
Christoph Blumenthal ist Architekt. Mit seinen Werkzeugen zur Entscheidungshilfe beim Planen und Bauen bringt er Bauherren in schwierigen Entscheidungen den Durchbruch. Sein Ziel ist, dass Bauherren genau das Zuhause bekommen, worin sie sich langfristig wohlfühlen.
Weil man als Grundlage für seine Bauentscheidungen auch Fachwissen braucht, erklärt er Bau- und Haustechnik so einleuchtend, dass jeder es leicht versteht.
Sein Credo ist:
„Clevere Bauherren wollen ihre wertvolle Zeit nicht auf langes Suchen verschwenden, sondern sich auf Ergebnisse konzentrieren. Ich helfe ich ihnen mit verständlichen Informationen und nützlichen Werkzeugen, ihre Entscheidungen sorgfältig und präzise vorzubereiten.“
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