Trabrennbahn Mariendorf: Osman Somolli und Sepp Sparber gewinnen den Finish-Krimi
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Berliner Trabrenn-Verein
21.02.2011 - 17:03 Uhr - Sport & Vereine
(prcenter.de) Der Profi erzielt mit dem Wallach die Tagesbestzeit und siegt außerdem mit Tibur und Tregor de Godrel – Peter Platzer und Istis Kosima besorgen Sparber einen weiteren Trainerpunkt
Berlin, 20. Februar. Dieses Gastspiel in der Hauptstadt hat sich richtig für ihn gelohnt: Mit drei Erfolgen avancierte Sepp Sparber klar zum Mann des Tages. Der 51-jährige gebürtige Österreicher, der seit langem im bayrischen Taufkirchen ansässig ist, dominierte die Sonntagsveranstaltung auf der Derby-Bahn, bei der auch die Mariendorfer Champions der Saison 2010 geehrt wurden: Heinz Wewering (Berufsfahrer), Roman Matzky (Trainer) Ulrich Mommert (Besitzer) Bernd Schrödl (Züchter) und André Pögel (Amateur) konnten sich in den einzelnen Sparten durchsetzen und bekamen vom Mariendorfer Geschäftsführer Andreas Haase ansprechende Ehrenpreise überreicht .
Das zwölf Prüfungen umfassende Programm wurde durch attraktive Quoten gewürzt. Dies galt auch für die internationale Klasse, denn der Sieger Osman Somolli zahlte mit 34:10 äußerst lukrative Odds aus – und dies, obwohl der französische Wallach eigentlich nur hervorragende Leistungen kennt und seit Oktober vergangenen Jahres bei seinen letzten neun Einsätzen ununterbrochen auf hoch dotierte Geldränge lief. Doch aufgrund seiner zwanzig Meter Zulage schätzte ihn das Publikum gegen den aus dem ersten Band gestarteten Mic Patrol (Herbert Eisenmann) nur als zweiten Favoriten ein.
Und in der Tat: Das 2000-Meter-Rennen wurde zu einem langgezogenen Duell dieser beiden Spitzenpferde. Osman Somolli, der seinen Bandnachteil schnell wettgemacht hatte, legte sich bereits im Rosenhofbogen an die Seite seines Konkurrenten und machte eingangs der Gegenseite ein kleines Fass auf. Der Fuchs schien seine Nüstern bereits in Front zu strecken – doch Mic Patrol hielt innen erfolgreich dagegen. Eine halbe Runde vor dem Ziel schraubten die beiden Duellanten die Pace auf eine 13,8-Durchgangszeit. Erst achtzig Meter vor dem Ziel fiel die endgültige Entscheidung zugunsten von Osman Somolli, der mit einem 16,1-Gesamtschnitt zugleich die Tagesbestzeit trabte.
Mit dem krass unterschätzten Tibur (106:10) machte es Sparber ähnlich spannend. Dem Dunkelbraunen unterlief beim Kampf um die Spitze eine Galoppade, die ihn an die siebente Stelle zurück warf. Während sich Hemmingway Mo (Heinz Wewering) und Chakko (Marisa Bock) heftig um die Führung stritten, arbeitete sich Tibur kontinuierlich wieder heran. Ausgangs des letzten Bogens wechselte der Fünfjährige endgültig in die dritte Spur und kämpfte sich unter den sehr heftigen Aufforderungen seines Trainers, für die Sparber seitens der Rennleitung mit 100 Euro Geldbuße bestraft wurde, tatsächlich kurz vor dem Ziel noch an Hemingway Mo vorbei.
Völlig überlegen fiel dagegen Sparbers dritter Treffer mit dem Topfavoriten Tregor de Godrel (14:10) aus. Der Kiwi-Sohn gab sich auch beim zweiten Lebensstart keinerlei Blöße und steht ohne Frage vor einer hoffnungsvollen Zukunft. Diesmal gewann der in Frankreich gezüchtete Wallach quasi mit angezogener Handbremse: Tregor de Godrel ging im ersten Bogen für einen Moment an die Spitze, doch schon mit Erreichen der Tribünengeraden ließ Josef Sparber die angreifende Orange Pekoe (Heinz Wewering) vorbei. Erst eine Runde später drehte Tregor de Grodel den Spieß dann wieder um. Orange Pekoe mühte sich in dem nur zwischen diesen beiden Pferden entschiedenen Finish zwar redlich, hatte gegen ihren Widersacher aber keine bessere Chance.
Istis Kosima (25:10) und Peter Platzer besorgten Sepp Sparber einen weiteren Trainerpunkt. Das Gespann ergriff vom Fleck weg die Initiative. Während sich der Mitfavorit Chip X (Martin Geineder / 21:10) vergeblich in der Außenspur abmühte und am Ende komplett von den Beinen geriet, zeigte Istis Kosima keinerlei Schwäche und wurde in 18,3/1.900m auch durch den spurtstarken Zaffier (Hans-Jürgen von Holdt) nicht in Bedrängnis gebracht. Für den 45-jährigen Unternehmer Peter Platzer, der in der oberbayrischen Gemeinde Zorneding lebt, geriet der Erfolg zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Hainang, die seit einigen Monaten von Heiner Christiansen gefahren wird, hat von ihrer Klasse nichts verlernt. Der vielmalige norddeutsche Champion fand mit der bei 17:10 klar favorisierten Fünfjährigen außen herum zwar keinen optimalen Rennverlauf vor – doch Hainang, die aus der hervorragenden Kasey (18 Siege / 72.240 Euro Gewinnsumme) stammt und mit Ricardo Island (27.771 Euro) einen recht prominenten Bruder hat, löste ihre Aufgabe souverän und lief am Ende in 18,4/1.900m drei Längen Vorsprung auf die Verfolger heraus.
Christiansen durfte sich außerdem über einen Trainerzähler freuen: Foto Finish (28:10) machte ihrem Namen mit Michael Hamann im Sulky alle Ehre und setzte sich hauchdünn gegen Etienne Corner (Jan-Dirk Walter) durch. Nachdem die Stute den Widerstand des bis zum Schlussbogen führenden Charom (Antje Fiedler) endgültig gebrochen hatte, schien ihr Erfolg schon sicher zu sein – doch Etienne Corner rückte noch einmal gefährlich heran. Auch wenn er nur knapp ausfiel – der Treffer von Foto Finish, die in der beachtlichen Zeit von 16,8/1.900m eine acht Monate lange Durststrecke beendete, war längst überfällig. Denn die Tochter der 24-maligen Siegerin Walcheetahna verkörpert sehr viel Beständigkeit.
Zoshua Transs R (52:10) und Thorsten Tietz ließen dem heißen 14:10-Favoriten Jillis Star (Heinz Wewering) keine Chance. Während Jillis Star aus der vierten Position heraus erst auf den letzten 500 Metern richtig auf Touren kam, wirkte Zoshua Transs R, der sich bis Ende gegenüber erfolgreich an zweiter Stelle innen versteckt hatte, in jeder Phase des Rennens enorm gehfreudig. Als sein Fahrer dem Hengst im Schlussbogen den Kopf freigab, setzte sich der Dunkelbraune pfeilschnell um sechs Längen von dem vergeblich bemühten Jillis Star ab.
Locnoe (49:10) wurde von Günter Schiefelbein sehr offensiv vorgetragen und ging schon nach wenigen Metern an die Spitze. Bis Mitte gegenüber regierte der Wallach unangefochten, bekam dann aber vehementen Druck durch Lanciata (André Pögel). Mit Erreichen des Einlaufs steckte Lanciata ihre Nüstern sogar für einen Moment in Front – doch innen verteidigte sich Locnoe in der Zeit von 17,7/1.900m zäh und arbeitete auf den letzten fünfzig Metern den entscheidenden Vorteil heraus.
Der vom Publikum für unschlagbar gehaltene VanHalen (12:10) legte beim dritten Lebensstart die Maidenschaft wie erwartet in souveräner Manier ab. Der Sohn des Traber-Heroen Gidde Palema hatte allerdings nicht viel zu schlagen, denn fünf seiner neun Gegner sprangen sich schon frühzeitig um alle Chancen. Heinz Wewering steuerte den Wallach zu Beginn der Gegenseite an die Flanke des führenden Tom for you (Heiner Christiansen) und erhöhte im Schlussbogen dann entscheidend die Pace.
Die Monté-Prüfung wurde eine sichere Beute für den niederländischen Wallach Vrederique H (51:10) und seine Reiterin Jennifer Schmidt. Aus dem ersten Band heraus fackelten Beide nicht lange und drückten den Gegnern ein strammes Tempo auf. Einzig General Victory (Marisa Bock) versuchte auf der Zielgeraden noch eine Aufholjagd, kam beim Schlussangriff jedoch schwer von den Beinen.
Geta und Jorma Oikarinen überraschen zur Quote von 120:10. Das Gespann nutzte an der Innenkante geschickt den Windschatten von Saddlers Titan (Dennis Spangenberg) aus, der das Feld bis 200 Meter vor dem Ziel angeführt hatte, dann aber unter das Geläuf verlor und von den Stewards gemaßregelt wurde.
Romantica (77:10) und Oliver Müller waren trotz des Rennverlaufs in der Außenspur nicht zu stoppen. Das Gespann legte sich schon vor den Tribünen an die Seite der führenden Jungmaid (Josef Sparber) und hatte die Gegnerin dann im Schlussbogen endgültig zermürbt.
Angaben zum Autor
Berliner Trabrenn-Verein
Mariendorfer Damm 222 - 298
12107 Berlin
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