Waldorfpädagogen eröffnen Institut für interkulturelle Pädagogik
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Info3-Verlag / Medienstelle Anthropsophie
24.09.2009 - 16:45 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) (Medienstelle Anthroposophie) Mit der Eröffnung eines Instituts für interkulturelle Pädagogik wird die freie pädagogische Hochschule Mannheim künftig die Praxis an der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim wissenschaftlich begleiten. Bei der Eröffnung des Instituts am 23. September, sprach als Hauptrednerin die in Integrationsfragen seit jeher engagierte Frau Professor Rita Süßmuth. „Es geht nicht um Ethnien, es geht um Menschen“, so Süßmuth in ihrer Rede, die ein leidenschaftliches Plädoyer für die Notwendigkeit von Integration war. Sie kritisierte dabei unter anderem wissenschaftliche Studien, die Vorurteile stabilisieren, z.B. gegen mutmaßliche Integrationsunwilligkeit von Türken. Es gälte stattdessen, mehr das Stärkende als das Schwächende zu betonen und die Potenziale von Kindern mit Migrationshintergrund zu würdigen und freizusetzen. Gerade hier hat die Interkulturellen Waldorfschule Mannheim, die das neue Institut wissenschaftlich begleiten will, große Erfolge vorzuweisen. Insbesondere ist es dem multikulturell zusammengesetzten Kollegium im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt (mit knapp 50 % Ausländeranteil) gelungen, sprachliche Defizite bei Kindern mit Migrationshintergrund signifikant zu reduzieren. Dabei spielen insbesondere die sprachlichen und musischen Konzepte der Waldorfpädagogik eine Rolle. Süßmuth bezeichnete sich in Mannheim als „leidenschaftliche Fürsprecherin der Reformpädagogik“, die lieber „in Menschen vertraut statt auf Kontrolle setzt“.
„Fremdheit zu überwinden“ bezeichnete Dr. Albert Schmelzer, Leiter der neuen Einrichtung, als ein Hauptmotiv der künftigen Institutsarbeit. Die interkulturelle Waldorfschule und mit ihr das neue Institut in Mannheim stellen in der Waldorfschulbewegung ein Novum dar, insofern hier bewusst an die frühesten Intentionen der Waldorfschule nicht als Erziehungsoase für Eliten, sondern als Angebot gerade für eher bildungsferne Schichten angeknüpft wird – war doch die erste von Rudolf Steiner auf Anregung des Zigarettenfabrikanten Emil Molt vor 90 Jahren gegründete Waldorfschule in Stuttgart für die Kinder der dortigen Fabrikarbeiter gedacht. Die Stadt Mannheim unterstützt die 2003 gegründete interkulturelle Waldorfschule wegen ihrer Integrationserfolge ebenso wie unabhängige Stiftungen. Das neue Institut kooperiert neben der Mannheimer Hochschule für Waldorfpädagogik auch mit der Universität Karlsruhe sowie mit der Münchener Gesellschaft für Ausbildungsforschung.
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http://www.freie-hochschule-mannheim.de/front_content.php?idcat=43
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