Wenn Goebel und Edison das gewusst hätten
von
Institut für Baubiologie und Ökologie Neubeuern (IBN)
30.12.2008 - 17:04 Uhr - Umwelt & Natur
(prcenter.de) NOCH SCHNELL GLÜHBIRNEN HAMSTERN
Sie ist nicht schlecht. Sie macht warmes, naturnahes Licht, verursacht kaum Elektrosmog und enthält kein Quecksilber. Ihr einziges Manko: Sie frisst zu viel Energie - die Glühbirne. Ab 2009 wird sie schrittweise aus dem Verkehr gezogen. Das Aus für die elektrische Glühlampe, wie sie 1854 von Heinrich Goebel erfunden und durch Thomas Alva Edison berühmt wurde. Wer seinen Kindern zukünftig noch zeigen möchte, wie das Licht aussah, das jenen berühmten Erfindern einst auf ging, der sollte sich noch schnell einen Vorrat an Glühlampen zulegen.
Ob das Verbot der glühenden Birne wirklich ein erleuchteter Moment europäischer Politik war, wird sich zeigen. Tatsächlich gibt es viele Möglichkeiten, Energie zu sparen: Wäsche nicht im Trockner trocknen, Klimageräte abschalten, Geräte im Stand-By Modus ganz ausschalten, ein neuer Heizkessel, weniger Auto fahren, neue Fenster, bessere Hausdämmung, den Ofen bei Backen 10 Minuten vorher abschalten, um die Restwärme nutzen und so weiter. Jeder kann jeden Tag viel Energie sparen. Und wer mit Licht seine privaten CO2-Emissionen senken will, hat ohnehin längst Energiesparlampen eingeschraubt.
Doch Energiesparlampen erzeugen starke elektromagnetische Felder, viel mehr als ein Computerbildschirm. Das IBN, das Institut für Baubiologie und Ökologie in Neubeuern, rät deshalb, auf ausreichend Abstand zu achten. Gerade dort, wo man sich länger aufhält, sollten die Lampen möglichst weit weg vom Körper sein - zwei Meter und mehr. Am Schreibtisch oder Nachttisch ist das schwierig. Hier kann man z.B. auf Halogenlicht oder LEDs ausweichen. Zudem flimmert das Licht der Sparlampen viel ausgeprägter als Glühbirnen. Hier nutzt Abstand kaum etwas: der komplette beleuchtete Raum flimmert.
Im Vergleich zu Glühbirnen verbrauchen Energiesparlampen 75 Prozent weniger Energie. So die Aussagen der Industrie. Andere Berechnungen gehen von weniger Ersparnis aus. Doch Energie allein macht ein Leuchtmittel noch nicht zum Klimaschützer. Verbraucht die sparsame Lampe auch weniger Ressourcen? Reichlich Elektronik, Chemie, Kunststoffe, Leuchtstoffe und Kleber schmücken das Innere ebenso wie Quecksilber. Wenn jeder Europäer in ein paar Jahren nur 5 bis 10 solcher Lampen besitzt, kommt schon einiges des giftigen Schwermetalls und jede Menge anderer Industriemüll zusammen. Außerdem ist das Sparlicht schlechter und naturfremder als das Glühlicht: Helligkeit und Lebensdauer sind nicht immer so gut wie angegeben, einige riechen und geben Schadstoffe ab, andere emittieren Ultraschall.
Und selbst mit Energiesparlampen kann man noch mehr Energie sparen: Durchs Ausschalten - jedoch nur, wenn länger kein Licht gebraucht wird. Zu häufiges Aus- und Anschalten reduziert die Lebensdauer der Energiesparlampe. Wie wäre es mit LED-Leuchten oder einfach viel mehr Tageslicht? Beides verbrauchen viel weniger bis gar keinen Strom, als die gesetzliche verordneten Sparlampen. Und abends kuscheln bei Kerzenschein. Da freuen sich die Gesundheit, die Umwelt und die Kerzenindustrie.
Weitere Informationen gibt es in der Fachzeitschrift Wohnung+Gesundheit, Heft 124/2007, 125/2007 und 129/2008 und im Öko-Test, Heft 10/2008 oder unter www.baubiologie.de
Angaben zum Autor
Institut für Baubiologie + Oekologie Neubeuern (IBN)
Rupert Schneider
Holzham 25
D-83115 Neubeuern
Tel.: +49 (0) 8035 2039
Fax: +49 (0) 8035 8164
Website: www.baubiologie.de
E-Mail: institut@baubiologie.de
Über das Institut
Das IBN wurde 1983 gegründet. Vorläufer des Instituts waren die Arbeitsgruppe Gesundes Bauen + Wohnen (seit 1969) und das ehemalige "Institut für Baubiologie" (seit 1976). Gründer und Leiter dieser Institutionen war bzw. ist Prof. Dr. Anton Schneider.
Im Vordergrund der Tätigkeit steht die objektive Betreuung des Verbrauchers sowie eine ganzheitlich und baubiologisch-ökologisch orientierte Lehre und Bildung. Ein Schwerpunkt ist dabei die Ausbildung zum Baubiologen IBN bzw. zur Baubiologin IBN. Das Institut ist wirtschaftlich und politisch unabhängig und neutral.
Die gemeinnützige Stiftung Baubiologie - Architektur - Umweltmedizin widmet sich zusätzlich seit 1996 der Förderung einer gesunden, ökologischen und sozialen Wohnumwelt.
Aufgaben und Dienstleistungen:
Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschung und Lehre über Baubiologie und Ökologie
Baubiologische Beratung bei Neubau, Renovierung und Sanierung
Beurteilung von Baustoffen, Einrichtungen, Häusern, Grundstücken, Baubeschreibungen, Leistungsverzeichnissen, Plänen etc.
Haus-, Arbeitsplatz- und Grundstücksuntersuchungen nach dem Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM)
Schadstoffanalysen
Gutachten über Baustoffe, Einrichtungen, Häuser etc.
Vermittlung von Kontaktadressen
Mithilfe bei der Realisierung von Ökodörfern, ökologischen Siedlungen bzw. ökosozialen Stadtteil- und Dorferneuerungs-Projekten
Entwicklung neuer Baustoffe, Bauweisen, Standards...
Publikationen
Wohnung + Gesundheit - Fachzeitschrift für ökologisches Bauen + Leben
Literaturliste "Gesunde Wohnumwelt" - Schriftenreihe sowie Bücher und Filme (DVD und VHS) über Baustoffe und Baukonstruktionen in Neu- und Altbauten, Haus-Krankheiten, Elektrosmog, Radioaktivität, Lärm, Wohnklima, Heizung, Oberflächenbehandlung, Ökosoziale Siedlungen, Umweltmedizin, Lehmbau, Holzbau, Solararchitektur, Abwasserreinigung usw.
Baubiologische Weiterbildung
An dem seit 1977 bewährten und staatlich zugelassenen Fernlehrgang Baubiologie IBN haben bereits über 6000 Architekten, Bauingenieure, Bauhandwerker, Ärzte, Heilpraktiker und weitere baubiologisch-ökologisch Interessierte teilgenommen.
Der Fernlehrgang Baubiologie kann mit der Prüfung zum Baubiologen IBN bzw. zur Baubiologin IBN abgeschlossen werden.
Durch Aktualisierungs- und Ergänzungslieferungen sowie Aufbauseminare zu verschiedenen Themen werden ehemalige Fernlehrgangsteilnehmer laufend über die Weiterentwicklung rund um die Baubiologie informiert oder können ihr Wissen zu bestimmten Themenbereichen vertiefen.
Die Fortbildung "Baubiologische Messtechnik IBN" ermöglicht es den Teilnehmern, Haus-, Arbeitsplatz und Grundstückuntersuchungen nach dem Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM) durchzuführen.
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