Zeitarbeit ist parasitär
von
DIE LINKE Kreisverband Dachau
24.01.2008 - 11:36 Uhr - Politik & Gesellschaft
(prcenter.de) Der Kreisverband Dachau DIE LINKE meint zur Meldung des BMWI vom 22.01.08 „Zeitarbeit hat wichtigen Anteil am Aufschwung“ folgendes:
Die Zeitarbeit hat die hohen Gewinne der Wirtschaft und gleichzeitig den Beschäftigungsabbau der letzten Jahre verstärkt. Dieses Flexibilisierungsinstrument hat vielen Arbeitnehmern die Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitsverhältnisse in Zeitarbeitsunternehmen beschert. Die Standortsicherung der Unternehmen – durch Einsatz von modernen Leihsklaven - garantiert den Arbeitnehmern schon seit einigen Jahren keinen sicheren Arbeitsplatz mehr - jüngstes Beispiel Nokia!
Insbesondere geringer qualifizierte Menschen haben kaum noch Chancen zu Arbeitnehmern mit Existenzsichernden Einkommen zu werden.
Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr. Walther Otremba, widmete Vertretern von Zeitarbeitsfirmen, Unternehmen die Zeitarbeiter einsetzen und Verbänden zwei Stunden seiner Zeit, um sich für seinen politischen Einsatz im Parlament instruieren zu lassen.
Die Zeitarbeitsbrache ist eine parasitäre Unternehmensform deren Wirken Ähnlichkeiten mit der Tätigkeit von Zuhältern aufzeigt.
Die aktuellen Forderungen, die Liberalisierung der Zeitarbeitsbranche wieder zurück-unehmen und ihren Einsatz gesetzlich zu beschränken, entstammen der Erkenntnis, dass keine Existenzsichernden Arbeitsplätze mit Zeitarbeit geschaffen werden können.
Die Vertreter von Unternehmen aus der Schiffbau-, Automobil-, Einzelhandels-, IT-, Pflege- und Druckbranche sehen faire Löhne als „Kostenrisiken“ und mit der Zeitarbeit eine Möglichkeit, Arbeitnehmer in Stammbelegschaft und Zeitarbeitnehmer zu teilen und dadurch diese beiden Gruppen zum eigenen Vorteil gegeneinander auszuspielen. Dabei wird das Kostenrisiko der Unternehmen auf die Beschäftigten und den Steuerzahler übertragen.
Wenn der Staatssekretär Dr. Otremba etwas sieht, dann nur seine eigenen Vorteile. Seine eigenartigen realitätsfernen Betrachtungen sind eine Provokation der von Existenzängsten geplagten Arbeitnehmer und zeigen seine Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitische Inkompetenz. Trotz Liberalisierung, Steuersenkungen und zahlloser hoher Subventionen sind deutsche Unternehmen nicht in der Lage, die Preise für Ihre Produkte und Dienstleistungen als alleinige Quelle zur Kostendeckung und Gewinnerzielung zu nutzen.
Zeitarbeitsunternehmen sind außerdem ein Zuwachs an Bürokratie: Die Arbeitnehmer werden kontrolliert und billigst an Unternehmen zur Wettbewerbsverzerrung vermietet. Zeitarbeitnehmer erhalten oft Hartz IV-Aufstockung und werden damit vom Steuerzahler mit Subventionen zum Nutzen des Arbeitgebers unterstützt.
Die Diskussion zeigte deutlich auf, dass Staatssekretär Dr. Otremba - mangels Kenntniss der negativen Auswirkungen der Tätigkeit dieser Branche - kein kompetenter Gesprächspartner dieser Lobbyvertreter ist.
Angaben zum Autor
Kreisverband Dachau DIE LINKE
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85259 Wiedenzhausen
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